Samstag, 15. September 2001

Früchtet auch Irak Angriff der Amerikaner?

Der irakische Präsident Saddam Hussein hat die USA und ihre Bündnispartner vor einem Militärschlag gegen ein islamisches Land gewarnt. Er ließ im irakischen Fersehen einen Brief an die Völker Amerikas und des Westens verlesen, in dem der USA-Feind dazu auffordert, Vernunft statt Stärke walten zu lassen.

In einem "offenen Brief an die Völker Amerikas und des Westens und ihre Regierungen", der am Samstag im irakischen Fernsehen verlesen wurde, erklärt er, dies sei nicht die richtige Antwort auf die Terroranschläge in den USA. Die Vereinigten Staaten würden jetzt "Vernunft und nicht Stärke" brauchen. "Die USA und der Westen haben bis zu einem extremen Grad Stärke angewandt, ohne das zu verwirklichen, was sie wollten."

Der Tod von mehreren tausend Menschen mitten in den Vereinigten Staaten sei sicher keine "normale und kleine Angelegenheit" gewesen, meint Saddam Hussein weiter. Im Irak seien durch die Militärschläge der USA und die Auswirkungen des UNO-Embargos aber bereits mehr als eineinhalb Millionen Menschen gestorben, behauptet er in dem Brief. In Palästina würden täglich Menschen durch den Einsatz amerikanischer Waffen sterben.

Von der direkt nach den Terroranschlägen in New York und Washington ausgedrückten Freude Bagdads ist in Saddam Husseins "offenem Brief" nicht die Rede. Auch ist darin keine Andeutung enthalten, dass die USA als Reaktion auf die Terrorangriffe möglicherweise auch den Irak angreifen könnten.

15.9.2001 23:40