Verteidigungsministerium schreibt Anbieter an

Finanzminister Karl-Heinz Grasser hat dem Verteidigungsministerium am Freitag Grünes Licht für die Ausschreibung für neue Abfangjäger als Nachfolger für die in die Jahre gekommenen Draken gegeben.
Das Verteidigungsministerium will nun in den kommenden Tagen an die Anbieter der fünf potenziellen Draken-Nachfolger mit der Bitte um Offertlegung heran treten.
Neben den zwei Favoriten Gripen (Schweden) und F-16 (USA) könnten der Eurofighter "Typhoon", die französische Mirage 2000-5 sowie das US-Modell F/A-18 die Draken ablösen.
Das Verteidigungsministerium wird nun Angebote für 30 Jets einholen, sechs davon sollen Zweisitzer für Ausbildungszwecke sein. Die Ausschreibungsfrist soll dann bis Mitte Jänner laufen, hieß es im Verteidigungsministerium. Ebenfalls Gegenstand der Ausschreibung werden eine Übergangslösung zwischen der Stilllegung der Draken und der Lieferung der neuen Jets sein. Auch mögliche Kompensationen sollen angegeben werden - für die Abwicklung dieser wäre das Wirtschaftsministerium zuständig.
Dem grünen Licht von Verteidigungsminister Karl-Heinz Grasser für die Draken-Nachfolge war ein Tauziehen mit seinem Parteifreund Verteidigungsminister Herbert Scheibner voraus gegangen. Die Einholung von Angeboten für die Draken-Nachfolge war vom Landesverteidigungsrat Anfang Juli empfohlen worden. Vor dem OK aus dem Finanzministerium waren dann aber vom Verteidigungsressort noch Unterlagen nachgefordert worden. Grasser hat auch wiederholt betont, dass eine Ausschreibung für ihn noch nicht automatisch eine Kaufentscheidung sei. Vor dieser müssten die eingehenden Offerte zuerst geprüft werden.
Kein Zusammenhang mit Terror in USA
Matthias Winkler, Sprecher von Finanzminister Karl-Heinz Grasser, hat betont, dass die Unterschrift Grassers unter den Beschaffungsakt für die Draken-Nachfolge nichts mit den verheerenden Terror-Anschlägen in den USA zu tun habe. Vielmehr habe man die Unterlagen vor dem grünen Licht für die Ausschreibung erst prüfen müssen. Winkler betonte außerdem, dass das OK für die Ausschreibung nicht automatisch ein OK Grassers für eine Beschaffung bedeute.
Größte Beschaffung der 2. Republik
Mit einem Volumen von 25 bis 30 Milliarden Schilling würde es sich um die größte Beschaffung der Zweiten Republik handeln, so der Grasser-Sprecher. Der Finanzminister habe immer betont, dass vor einer Kaufentscheidung Klarheit über drei Punkte bestehen müsse: Über das Volumen der Gegengeschäfte, über den tatsächlichen Finanzierungsbedarf und über die militärische Notwendigkeit. Über die ersten beiden Punkte solle nun die Ausschreibung Auskunft geben.
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