Kollission zwischen Eurocity und Güterzug in Südtirol

Zwei Todesopfer hat ein schweres Zugsunglück am Freitag in den frühen Morgenstunden am Brenner gefordert. Sechs Menschen wurden bei einer Kollision zwischen dem Fernzug Neapel-München und einem Güterzug zum Teil schwer verletzt. Jetzt fordern die Bahnangestellten mehr Sicherheit im Dienst.
Dem Unglück im Bahnhof in Gossensaß südlich unweit des Brennerpasses dürfte nach ersten Informationen ein technisches Gebrechen voraus gegangen sein. Der aus Neapel kommende Eurocity war in einen stehenden Güterzug gekracht, der zuvor entgleist war. Die beiden Toten dürften die Lokführer gewesen sein.
Laut Feuerwehr waren die Rettungskräfte Stunden nach dem Unglück noch damit beschäftigt, die Männer aus den Führerständen zu befreien. Dafür war auch schweres Gerät der Berufsfeuerwehr in Bozen angefordert worden.
Der in Richtung München fahrende Zug war gegen 4.30 Uhr in den Bahnhof von Gossensaß eingefahren. Neben den beiden Toten sollen vier Fahrgäste leicht, zwei weitere schwer verletzt sein. Sie wurden von der Rettung in die Krankenhäuser von Sterzing und Brixen gebracht.
"Mehr Sicherheit im Dienst!"
Nach dem schweren Zugunglück am Brenner fordern die italienischen Bahnangestellten mehr Sicherheit im Dienst. "Jetzt wird man wieder behaupten, dass ein menschlicher Fehler für das Unglück verantwortlich ist. In Wirklichkeit ist dieser Unfall das Resultat der heutigen Bahnverwaltung, man folgt dem Weg der britischen Bahnen nach der Liberalisierung. Wir werden uns an die tragische Häufigkeit dieser Unglücke gewöhnen müssen", meinte der Gewerkschafter Ezio Gallori.
Er protestierte gegen die italienischen Bahnen, die im Rahmen einer tiefgreifenden Rationalisierung der Personalkosten nur mehr einen einzigen Lokführer für jeden Zug und nicht mehr zwei wie bisher einsetzen wollen. Gegen dieses Projekt wehren sich die Gewerkschaften, die ein deutliches Wachstum der Unfälle befürchten. Die Lokführer seien zu vielen Überstunden gezwungen, was den Stress steigere.
Gegen die Streichung des zweiten Lokführers hat das Bahnpersonal bereits eine Unterschriftensammlung gestartet. Gallori betonte, dass in den vergangenen Jahren in Italien wegen verschiedener Unfälle bereits 15 Lokführer gestorben sind. Im Rahmen der starken Defizitseindämmung haben die italienischen Bahnen in den vergangenen zehn Jahren über 10.000 Arbeitsplätze gestrichen.
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