Mittwoch, 12. September 2001

EU-Akteure demonstrieren Einigkeit

Das Europaparlament hat am Mittwochabend in einer Sondersitzung in Brüssel die Terroranschläge in den USA scharf verurteilt. Die Chefs der Fraktionen im Europaparlament suchten nach scharfen Worten, um den "Akt der Barbarei", "die moderne Apokalypse" oder "das Monster in menschlicher Gestalt" zu verurteilen. Geste der Trauer: Ein Kondolenzbuch aufgelegt.

Das Mitgefühl Europas sei mit den Familien der Opfer und der US-Bevölkerung, so die Abgeordneten aller Fraktionen einmütig.

"Heute sind wir alle Amerikaner"
An der Sitzung nahmen zur Demonstration der europäischen Einigkeit der EU-Ratsvorsitzende, der belgische Ministerpräsident Guy Verhofstadt, der Vorsitzende des Außenministerrates, der belgische Außenminister Louis Michel sowie EU-Kommissionspräsident Romano Prodi teil. "Heute sind wir alle Amerikaner", sagte beispielsweise der Liberale Pat Cox in Übereinstimmung mit Verhofstadt.

Verurteilung des Terrorismus darf nicht zur Verurteilung des Islam führen
Die Verurteilung von Terrorismus dürfe aber nicht zu einer Verurteilung des Islam oder islamischer Staaten führen, warnten einige Redner. Es bleibe bei "Freundschaft und Partnerschaft mit friedliebenden islamischen Staaten", sagte der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei Hans-Gert Pöttering unter heftigem Applaus.

Angriffe gegen die Fudamente der Zivilisation
Es waren "Angriffe gegen die Fundamente der Zivilisation", so der Führer der Sozialdemokraten Enrique Baron Crespo. Von Kriminalität "gegen die Menschlichkeit" sprach die Grüne Heidi Hautala und forderte die Schaffung eines ständigen internationalen Strafgerichthofs.

Im Europarlament wird Kondolenzbuch aufgelegt
EU-Parlamentspräsidentin Nicole Fontaine sagte zu, im Europaparlament in Brüssel ein Kondolenzbuch aufzulegen, das anschließend dem US-Senat übermittelt werden soll.

12.9.2001 19:20