SPEZIAL: ÖSTERREICH nach den Terroranschlägen

·Vermisst in NY
Auch Österreicher unter Vermissten
·Innenminister
Österreich nicht in Gefahr
Eine Österreicherin (25) gilt in New York als vermisst: Die Frau war bei der Investmentbank Morgan Stanley, dem größten Mieter des World Trade Centers, beschäftigt. Laut Generalkonsul Dr. Harald Miltner haben "weniger als 10 Österreicher" im WTC-Tower gearbeitet. Gedämpfte Stimmung in Österreich. Gestern gab es landesweit eine Trauerminute. Menschen haben Blumen vor die Amerikanische Botschaft in Wien gelegt. Heute begehen die EU-Staaten mit den USA einen Trauertag für die Opfer.
Die Österreicher sind tief betroffen über die Ereignisse in den USA. Gemeinsam wurde gestern eine Geste der Betroffenheit und des Mitgefühls für die tausenden Opfer der schrecklichen Ereignisse in den USA gesetzt und für eine Minute schweigend getrauert. Am Abend haben rund 100 Teilnehmer bei einer spontanen Kundgebung in der Wiener Innenstadt ihre Trauer ausgedrückt und für Frieden demonstriert. Die Teilnehmer der Demo marschierten vom Ballhausplatz über die Wipplinger Straße zum Amerikahaus in der Landesgerichtsstraße. Dort wurde den Opfern der Terroranschläge gedacht.
Trauerminute in ganz Österreich - Zu den Klängen der Pummerin
In Wien ruhte gestern Mittag der Öffentliche Verkehr im Gedenken an die Todesopfer ruhen. Am Stephansplatz läutete die Pummerin und die Menschen hielten inne.
Kärnten: Öffentliche Gebäude schwarz beflaggt
Die Kärntner Landesregierung und die Regierung von Friaul-Julisch-Venetien haben am Donnerstag gemeinsam der Opfer der Terroranschläge in den USA gedacht. Vor Beginn eines bilateralen Treffens in Pörtschach am Wörthersee unter der Führung von Landeshauptmann Jörg Haider und dem friulanischen Präsidenten Renzo Tondo wurde um 10 Uhr eine Trauerminute eingelegt.
Alle öffentlichen Gebäude Kärntens waren am Donnerstag schwarz beflaggt, die Fahnen Kärntens, der Republik Österreich und der EU wehten auf Halbmast. Auch das Gebäude der Landesfeuerwehrzentrale in Klagenfurt trug eine schwarze Flagge, um der vermutlich mehr als 200 getöteten Kollegen in New York zu gedenken. Um exakt 10 Uhr standen auch die meisten Kärntner Betriebe für eine Minute still, das selbe geschah an den Schulen des südlichsten Bundeslandes.
Tirol: Am Innsbrucker Rathaus schwarze Fahne gehisst
Auch in Tirol wurde der Opfer und Angehörigen der Terrroranschläge in den USA gedacht. An allen landeseigenen Gebäuden sowie am Innsbrucker Rathaus wurden schwarze Fahnen gehisst. Um zehn Uhr waren zum Zeichen der Solidarität im ganzen Land die Kirchenglocken zu hören sein. Darüber hinaus ordnete Regionalratspräsident Franz Pahl in Bozen und Trient an, die Fahnen an den Sitzen des Regionalrates auf Halbmast zu setzen.
Trauerfahnen in Vorarlberg
Die Glocken aller Kirchen im Ländle läuteten drei Minuten, in den Gottesdiensten wurde und wird der Terroropfer gedacht. Diözesanbischof Klaus Küng hat zum Gebet für die Opfer der Anschläge und dafür aufgerufen, dass die Gewalt nicht weiter zunehme. Die Tragödien von New York und Washington müssten ein Mahnmal sein, "Hass und Fanatismus müssen aus unseren Herzen verbannt werden", appellierte Bischof Küng.
Schweigeminute fand in Graz keine Beachtung
In Graz folgten nur wenige Passanten in der Innenstadt der Aufforderung, um 10.00 Uhr wegen der Opfer der Terrorkatastrophe in den USA inne zu halten: Nur sehr vereinzelt waren Menschen zu beobachten, die schweigend auf der Straße standen. Auf die Minute genau hielten sich fast nur die Grazer Verkehrsbetriebe daran, die ihren Fahrgästen via Lautsprecher mitteilten, eine Minute den öffentlichen Verkehr zu unterbrechen.
Trauerminute am Freitag
Der Ökumenische Rat der Kirchen lädt am Freitag um 15 Uhr die Menschen zu einer weiteren Trauerminute ein: "Die Augenblicke gemeinsamen Schweigens gelten den Opfern, sie sollen aber auch alle Menschen useres Landes verbinden und an Stelle von Hass und Menschenverachtung Gedanken des Friedens und er Versöhnung in den Raum geben".
Betroffenheit in der österreichischen Bevölkerung
Geht man in ein Wiener Vorstadtbeisl und hört ein bisschen an einem der Tische mit, kann man das Entsetzen das die Menschen so weit weg von der Katastrophe spüren: "I sag Krieg is Krieg - aber des ... des is net schön". Sprachlosigkeit herrscht. Auch die anderen Gäste, hauptsächlich Arbeiter, Straßenbahnfahrer und Angestellte wissen nicht so recht, wie sie ihrer Bestürzung Ausdruck verleihen sollen. Jeder, der nach Beendigung seines Tagwerks Entspannung bei einem oder mehreren Krügerln oder Spritzern sucht, will über das Thema Nr. 1 reden. "Wahnsinn, ..." Kopfschütteln, keine Worte.
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