Lukaschenko klarer Sieger

Die Präsidentenwahlen in Weißrussland hat Amtsinhaber Alexander Lukaschenko nach offiziellen Angaben klar gewonnen. Auf den seit sieben Jahren autoritär regierenden Präsidenten entfielen 78,4 Prozent der Stimmen. Die Opposition und die OSZE-Wahlbeobachter sprechen von Wahlbetrug und fordern einen zweiten Wahlgang.
Nach Angaben des Leiters der OSZE-Wahlbeobachter, Wieck, hat es Wahlbetrug gegeben. Die Beobachter konnten in vielen Wahllokalen die Auszählung nur aus der Ferne beobachten.
Nach der Präsidentenwahl in Weißrussland hat die Opposition einen zweiten Urnengang gefordert. Die Ergebnisse sind gefälscht, sagte Oppositionskandidat Wladimir Gontscharik Sonntag Abend. Nach seinen Angaben erhielt Amtsinhaber Alexander Lukaschenko 46,7 Prozent der Stimmen, für Gontscharik hätten 40,8 Prozent der Wähler gestimmt.
Nach Angaben der Wahlkommission hat Lukaschenko hingegen 78,4 Prozent der Stimmen gewonnen. Dieses Ergebnis basiert auf der Auszählung von 75 Prozent der abgegebenen Voten, teilte die Vorsitzende der Kommission, Lidia Vermoschina, in der Nacht zum Montag bei einer Pressekonferenz in Minsk mit. Gontscharik kommt demnach auf 12,5 Prozent der Stimmen, der ultra-nationalistische Bewerber Sergej Gaidukewitsch auf 2,2 Prozent.
Die Wahlbeteiligung erreichte nach Angaben der Wahlkommission ein Rekordhoch von 82,5 Prozent. Insgesamt waren sieben Millionen Weißrussen zur Wahl aufgerufen. In einer Fernsehansprache dankte Lukaschenko dem russischen Präsidenten Wladimir Putin für dessen Unterstützung. Für Moskau stellt Weißrussland einen Schutzwall gegen die Osterweiterung der NATO dar.
Opposition will zweiten Wahlgang
Die Opposition hat stets beklagt, dass die Wahlkommission fast ausschließlich mit Gefolgsleuten des autokratischen Präsidenten Lukaschenko besetzt ist. Gontscharik rief die Bevölkerung für Montag zu einer Protestkundgebung auf, um der Forderung nach einem zweiten Wahlgang Nachdruck zu verleihen.
Beobachter hatten während des Wahltages die Angaben der Wahlkommission bestätigt, wonach es bei der Abstimmung keine größeren Unregelmäßigkeiten gab. Insgesamt überwachten mehr als 20.000 nationale und internationale Wahlbeobachter die Abstimmung. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) stellte 300 Beobachter.
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