Dennoch: Organisierte Kriminalität nimmt zu

Hohes Lob für Österreich in Sachen Sicherheit: In Bezug auf die organisierte Kriminalität ist Österreich eines der sichersten Länder Europas! Das erklärte der Chef der EU-Europol in Den Haag, Jürgen Storbeck (Bild). Die Gründe lägen in der überschaubaren Region, der guten Zusammenarbeit zwischen Bevölkerung und Polizei sowie in einem geringeren "Kunden-" und "Opferkreis".
In den vergangenen Tagen hatten Experten bei der europäischen Polizeiakademie in Münster in Rahmen einer Fachtagung über die Entwicklung der organisierten Kriminalität in Europa beraten. Am Samstag äußerte sich dazu Europol-Chef Jürgen Storbeck in dem Hörfunk-Interview unter anderem so: "Also ich glaube, dass sich die organisierte Kriminalität weiter perfektioniert hat." Zwar gebe es die "klassische organisierte Kriminalität" mit Mafia und anderen hierarchisch strukturierten Banden weiterhin, "aber wir haben eine neue Generation, eine sehr flexible Organisation in vielen Gruppierungen", sagte der Experte.
Bestens ausgerüstete kriminelle Organisationen
Storbeck weiter "Es werden modernste Transportmittel, Kommunikationsmittel, benutzt. Der Computer ist selbstverständlich. Gelder werden weltweit angelegt. Durch diesen ökonomischen Ansatz wird die Kriminalität internationaler und in gewisser Weise unsichtbarer." Dies stelle deshalb eine stärkere Bedrohung dar," zumal unser Immunsystem in Gesellschaft und in der Wirtschaft nicht immer das beste ist." Durch die in den Vergangenen Jahren erfolgte verbesserte Zusammenarbeit und Ausrüstung der Polizeibehörden in Europa sei aber wahrscheinlich der "Abstand" zwischen den Strafverfolgungsbehörden und den Tätern "eher kleiner" als größer geworden.
Österreich: Ein Drogen- und Schlepper-Durchzugsland
Österreich - so Storbeck - wäre vor allem ein Durchzugsland für Drogen- und Schlepperbanden bzw. ein Niederlassungsort für Geldwäschefirmen. Insgesamt wäre die Alpenrepublik aber in einer positiven Situation: " Aus Sicht von Den Haag, von Europol, ist Österreich eines der sichersten Gebiete Europas. Wir haben dafür natürlich auch Belege, dass die gegenwärtige Bedrohung durch Kriminalität in Österreich geringer ist als in einigen anderen Staaten: Spanien, Italien, auch Deutschland, Großbritannien, Niederlande."
Kriminelles Interesse an Österreich vergleichsweise gering
Die Gründe dafür seien nur zum Teil bekannt. Der Europol-Chef: "Es gibt nicht den großstädtischen Moloch, den wir in Paris, in anderen Ländern wie in Deutschland im Ruhrgebiet, in Berlin haben." Die Ursachen lägen aber auch in anderen Bereichen. Der Experte: " Der Österreicher achtet sicher auch wesentlich stärker auf Veränderungen und arbeitet insofern gut mit der Polizei zusammen."
Ein weiterer Aspekt, den Storbeck nannte: "Vielleicht ist auch das Interesse der kriminellen Gruppen an Österreich nicht so groß, weil einfach der potenzielle Kundenkreis für kriminelle Produkte, der potenzielle Opferkreis, geringer ist als in anderen Gebieten." Bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität müssten in Europa aber noch weitere Fortschritte gemacht werden. Hier gelte es insbesondere die Rechtsvorschriften bei Strafgesetzen und Strafprozessordnungen zu vereinfachen sowie Sprach- und organisatorische Barrieren zu überwinden.
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Kriminalität20:48
Acht Jahre lang Sklavin19-jährige Deutsche wurde jahrelang misshandelt. Mutmaßliche Täter verhaftet.
Raubvögel vergiftet11:09
Falken ausgerottetBregenz: Taubenzüchter vergiftet gesamte Population am Pfänderstock
