Samstag, 8. September 2001

Währungsfonds verlangt Sparprogramm und Reformen

Der Exekutivrat des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat am Freitag neue Milliardenkredite für Argentinien gebilligt. Das Land kann damit sofort weitere fünf Milliarden Dollar (5,59 Mrd. Euro/76,9 Mrd. S) abrufen, teilte der IWF am Freitag in Washington mit.

Die Aufstockung hatte IWF-Direktor Horst Köhler vor zwei Wochen nach langwierigen Verhandlungen mit der argentinischen Regierung vorgeschlagen.

Der IWF hatte von Argentinien Zusagen für ein umfangreiches Sparprogramm und Reformen des Steuersystems verlangt. Insgesamt verfügt Argentinien, seit drei Jahren von einer schweren Rezession geschüttelt, damit sofort über 6,3 Milliarden Dollar. Knapp 1,3 Milliarden Dollar waren zur Auszahlung im 3. Quartal des Jahres bereits unter dem ursprünglichen Kreditrahmen vorgesehen. Die zusätzlichen Mittel sind für die Erhöhung der Devisenreserven der Zentralbank vorgesehen, die wegen der Kapitalflucht gefährlich abgeschmolzen sind.

Argentinien im Schulden-Taumel
Kritiker sagen, dass das Geld Argentinien gar nicht zugute kommt, sondern umgehend zur Bedienung der Auslandsschulden verwendet wird. Der IWF hatte vor zwei Wochen weitere drei Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, sollte Argentinien Unterstützung für ein freiwilliges Programm zur Umschuldung seiner Auslandsverbindlichkeiten benötigen. Auch diesen Vorschlag des IWF- Direktoriums billigte der Exekutivrat, in dem die ständigen Vertreter der 183 Mitgliedsländer sitzen. Das ursprüngliche IWF-Programm für Argentinien von März 2000 ist damit auf rund 21,5 Milliarden Dollar angewachsen.

8.9.2001 10:30