Freitag, 7. September 2001

Jack Welch verlässt General Electric nach 20 Jahren

John F. Welch (66), der die General Electric Company zum wertvollsten Unternehmen gemacht hat, hat sich am Freitag nach 20 Jahren als Spitzenmanager des Mischkonzerns verabschiedet. Sein Nachfolger ist der bisherige GE-Präsident Jeffrey R. Immelt (44). Immelt hatte zuvor GEs medizinische Sparte geleitet.

Genannt "Jack" hat der wegen seiner brutalen Personalpolitik nicht immer geliebte Welch den Börsenwert des Unternehmens von 15 Mrd. Dollar auf 400 Mrd. Dollar (452 Mrd. Euro/6,2 Bill. S) gesteigert. In den achtziger Jahren hatte er sich durch die Kündigung von 100.000 Mitarbeitern oder ein Viertel aller Beschäftigten den Spitznamen "Neutronen-Jack" eingehandelt. Gemeint war die Wirkung der Neutronen-Bombe, die Gebäude unversehrt lässt, aber Menschen tötet.

Der promovierte Chemieingenieur sollte eigentlich schon Anfang des Jahres in den Ruhestand gehen, doch wollte er die von ihm eingefädelte Übernahme des Elektronikkonzerns Honeywell International Inc vorher abwickeln.

"Ich bin keiner, der andere die Suppe auslöffeln lässt", gab er damals in Vorahnung von Problemen mit Honeywell zum Besten. Aus der Übernahme wurde auf Grund kartellrechtlicher Einwände der Europäischen Union (EU) nichts.

Das Honeywell-Geschäft wäre der krönende Abschluss einer langen erfolgreichen Managerkarriere gewesen, gelitten hat das Ansehen des 66-Jährigen unter diesem Misserfolg aber nicht. Anleger rechnen ihm hoch an, dass GEs Gewinnwachstum 26 Mal in Folge gestiegen ist.

Welch will als Berater von sechs Vorstandschefs weiter arbeiten. Mehr wollte er dazu nicht sagen.

7.9.2001 15:13