SPEZIAL: FREIER STROM AB 1. 10. 2001

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Orientierung im unübersichtlichen Dschungel der Tarife und Konditionen nach der Stromliberalisierung verspricht ein neuer "Tarifkalkulator": Der Rechner wird ab kommenden Montag im Internet abrufbar sein. Nach Eingabe weniger individueller Daten kann der Nutzer so bis zu 15 Angebote vergleichen.
Das Tool, das von der Stromregulierungsbehörde E-Control in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern entwickelt wurde, wird es dem Nutzer ermöglichen, nach der Eingabe weniger individueller Daten und Präferenzen bis zu 15 Angebote von Stromlieferverträgen zu vergleichen. Darüber hinaus empfiehlt es sich dennoch, das "Kleingedruckte" genau durchzulesen und die Zuckerl, mit denen die Anbieter locken, zu studieren und bewerten, sagte Walter Boltz, Geschäftsführer der E-Control GmbH. bei der Vorstellung des Kalkulators am Donnerstag.
Abrufbar wird der Rechner über vier Sites sein: Über jene der E-Control (http://www.e-control.at), jene der Wirtschaftskammer (http://wko.at/stromhandel), jene der Arbeiterkammer (http://www.ak-konsumentenschutz.at) sowie auf einer Site der Landwirtschaftskammer (http://www.agrar-net.at). Zunächst muss angegeben werden, ob es sich um einen Haushalt, einen Gewerbebetrieb oder um einen landwirtschaftlichen Betrieb handelt; die Eingabe der Postleitzahl ermöglicht die örtliche Einschränkung der Angebote, auch der Jahresstromverbrauch muss angegeben werden. Zusätzlich lassen sich Präferenzen (Zahlungsart, Bindungsfrist, "Ökostrom oder nicht, etc.) angeben. Nach kurzer Rechenzeit spuckt die Internetanwendung die Tarife aller zur Verfügung stehenden Angebote aus.
Nach Einschätzung von Ditmar Wenty, Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik in der Arbeiterkammer, kann ein Durchschnitttshaushalt in Wien durch die Strompreisliberalisierung 380 S (27,6 Euro), ein großer Haushalt bis zu 700 S pro Jahr sparen. Finanziell "uninteressant" ist der Wechsel des Stromanbieters dagegen für einen Wiener Singlehaushalt. Der Single mit einem Stromverbrauch bis zu 1.000 KWh erspart sich pro Jahr nicht einmal den Gegenwert eines Krügerls Bier. Auf jeden Fall, rät Wenty, solle man "erst kündigen, nachdem sie sich für einen neuen Stromlieferanten entschieden haben".
Zu einem "Lesen des Kleingedruckten" in den Verträgen und einer Bewertung der "Zuckerl", mit denen die einzelnen Anbieter locken, rät auch Stromregulator Boltz: "Ob ein Tag Gratisstrom pro Jahr bei einer Jahresrechnung von 2.500 S ins Gewicht fällt, muss der Konsument für sich selbst beantworten."
"Problemkunden", die schon bisher durch eine schlechte Zahlungsmoral aufgefallen sind - könnten in Zukunft Strom nach dem Muster von Wertkartenhandys beziehen - mittels eines Prepaid-Zählers, mit dessen Hilfe nur jener Strom konsumiert werden kann, der bereits bezahlt ist.
Für Stromkunden, die noch nicht an das "Netz der Netze" angeschlossen sind, stehen Informationen zu den neuen Tarifen voraussichtlich ab Mitte nächster Woche unter der Hotline 0810 810 224 zur Verfügung.

