Mittwoch, 5. September 2001

3,2 Mrd. S bis Freitag erwartet

Erst die Horror-Nachricht von der Börse: Die Libro-Aktie brach um 39% auf 1,00 Euro ein. Dann die nächste Hiobsbotschaft: Laut KSV werden Gläubiger 3,2 Mrd. S fordern! Bisher wurden 2,6 Mrd. S angemeldet. Bis Freitag können Gläubiger ihre Forderungen im Ausgleich der Buch- und Medienhandelskette anmelden. Und normalerweise explodieren Geldforderungen gegen Ende der Frist.

Ob der Ausgleich bei der für den 21. September 9:00 Uhr im Landesgericht Wiener Neustadt angesetzten Ausgleichstagsatzung angenommen wird, läßt sich jetzt noch nicht sagen. Das Angebot ist noch nicht ausverhandelt. Unter anderem hat der KSV den "Wunsch" geäußert, für die Lieferanten eine 50-prozentige Quote auszuhandeln.
Im Vorfeld der Tagsatzung hat Ausgleichsverwalter Günther Viehböck heute klargestellt, dass den unbesicherten Gläubigern die gesetzliche Mindestquote von 40 Prozent bieten werde.

Libro-Aktie bricht um 39 Prozent auf 1,00 Euro ein
Kurz nach 13:00 Uhr brachen die Libro-Aktien noch deutlicher ein und verloren knapp 40 Prozent an Wert. Um 14:15 Uhr markierten die Titel das bisherige Tagestief bei 1,00 Euro bei 13.610 gehandelten StückBis 15:30 erholten sie sich auf 1,44 Euro.

Kurssturz wegen Kapitalschnitt
Einige Marktteilnehmer meinten, der Kurssturz könnte auf den bevorstehenden Kapitalschnitt zurückzuführen sein. Die Gläubiger werden am 21. September über eine Zusammenlegung der Aktien im Verhältnis von 134 alte Aktien zu einer neuen Aktie abstimmen. "Vielleicht sind aber auch einige Kleinanleger im Markt, die spät aber doch, ihre Libro-Restbestände loswerden wollen", so ein Händler. Grundsätzlich sei man jedoch verwundert, dass es auf diesem Niveau noch Verkäufer gebe.

5.9.2001 17:09