Mittwoch, 5. September 2001

Das Organisierte Verbrechen drängt in Wirtschaft

International agierende Verbrecherbanden drängen zunehmend in Unternehmen und Betriebe. In europäischen Zentren des Organisierten Verbrechens waschen Kriminelle ihre schmutzigen Gewinne und versuchen, Einfluss auf Politik oder Wirtschaft zu bekommen. Bei ihren Aktivitäten machen die Ganoven vor Grenzen nicht halt.

Europa ist nach Angaben der europäischen Polizeibehörde Europol in Den Haag ein "gemeinsamer Markt auch für Verbrecher".

Organisierte Wirtschaftskriminalität wächst
Die organisierte Wirtschaftskriminalität in Deutschland nimmt zu. In Italien investiert die Mafia in legale Wirtschaftszweige, und in Russland haben Verbrecherbanden älteren Schätzungen zufolge bereits bei 50 Prozent der Privatwirtschaft und 60 Prozent der Staatsbetriebe die Finger im Spiel. Drogen-, Waffen- oder Menschenhandel: Trotz jüngster Erfolge und zunehmenden Drucks der Fahnder sehen europäische Ermittler auch bei anderen Formen des Organisierten Verbrechens keinen Grund zur Entwarnung, ergab eine Umfrage.

Alleine in Großbritannien wird der Profit der Gauner auf jährlich 50 Milliarden Pfund (157 Milliarden Mark/80 Milliarden Euro) geschätzt - damit wäre das Organisierte Verbrechen die drittgrößte "Wirtschaftsbranche" des Landes.

Hauptproblem Drogenhandel
Das nach wie vor größte Problem im Kampf gegen das Organisierte Verbrechen bleibt der Drogenhandel. "Die Organisierte Kriminalität hat sich bei uns zu einem dauerhaften Phänomen entwickelt", sagte Polizeisprecher Peter Öhm. Nach wie vor dominiert der Suchtgifthandel. Hier steckt nach Auffassung von Europol auch noch immer das meiste Geld für die Gauner drin, und das ist die Triebkraft für die Verbrecher.

5.9.2001 10:07