Bis 2010 Investitionen bis 700 Mill. S

Die Mobilkom Austria rechnet mit einem Massenmarkt für die dritte Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunication System) in Österreich nicht vor 2004. Preisstützungen beim Handykauf werden gekürzt. Neukunden sollen vor allem in Kroatien und Slowenien gewonnen werden.
Dabei liege man jedoch voll im Zeitplan. "Wir hatten nie euphorische Erwartungen", erklärt Mobilkom-Chef Boris Nemsic. Am grundsätzlichen Starttermin 2002 hält die Mobilfunktochter der Telekom Austria (TA) aber fest. Mit ersten baulichen Maßnahmen für die Aufrüstung des Netzes hat die Mobilkom bereits begonnen.
600 bis 700 Mill. S für UMTS bis 2010
Die Startinvestitionen für UMTS beziffert die Mobilkom mit 100 Mill. EURO für das Basisnetz. Insgesamt will das Unternehmen bis 2010 rund 600 bis 700 Mill. S für UMTS-Equipment ausgeben. Alles in allem stehe man in Österreich was die UMTS-Investitionen betrifft aber gut da. "Bei den Kosten für die Lizenzen haben wir Glück gehabt. Die relativ günstigen Lizenzen ermöglichen uns vernünftige Business-Pläne", meint Nemsic.
Sprachtelefonie bleibt Hauptgeschäft
Die Killerapplikation werde auch nach dem UMTS-Start die Sprachtelefonie sein. Grundsätzlich hofft die Mobilkom, nach der Einführung von UMTS ihre bestehenden Umsätze zu halten und durch neue Dienste zu erweitern. Eine Verdreifachung der Umsätze, wie sie Telekom-Experte Georg Serentschy prognostiziert, erwartet Nemsic aber nicht. Höchstens im Prepaid-Bereich seien solche Erlössteigerungen zu erwarten, so der Mobilkom-Chef.
Gewinne auch im Ausland
Im ersten Halbjahr 2001 hat die Mobilkom-Gruppe, neben der österreichischen Mobilkom Austria AG & Co KG auch VIPnet in Kroatien, Si.mobil in Slowenien und die mobilkom liechtenstein, ihren Umsatz um 15,8 Prozent auf 822,5 Mill. Euro (11,32 Mrd. S) gesteigert. 18 Prozent des Umsatzes erzielte die Mobilkom außerhalb Österreichs. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 43,7 Prozent auf 289,6 Mill. Euro und der operative Gewinn (EBIT) um 35,1 Prozent auf 122,5 Mill. Euro.
Noch keine Gesamtjahres-Prognosen
Für das Gesamtjahr wollte Nemsic zwar keinen Forecast liefern, er betonte aber, dass das Mobilfunkgeschäft saisonellen Schankungen unterliege. Vor allem das Weihnachtsgeschäft habe die Eigenschaft mehr Kosten zu verursachen. Der positive Effekt komme erst danach, so Nemsic.
Subventionen bei Handys werden gekürzt
Zurückgeschaubt werden die Preisstützungen beim Kauf eines neuen Handys. Die Österreich-spezifische Situation niedriger Tarife bei hohen Stützungen könne künftig nicht aufrechterhalten werden. "Neue Technologien werden nicht verschleudert werden. Das wäre Unsinn", meinte der Mobilkom-Chef.
Neukundenpotential in Kroatien und Slowenien
Besonders in Kroatien und Slowenien will die Mobilkom neue Kunden gewinnen. In Kroatien hat man mit VIPnet zwar bereits einen Marktanteil von 50 Prozent, die Penetration liege dort aber erst bei aktuell 32 (Juni: 30,9) Prozent. In Slowenien sei man mit SI.Mobil noch kräftig im Wachsen. In den ersten vier Monaten seit dem Einstieg habe man die Kundenzahl um 25 Prozent und den Marktanteil damit auf 16 Prozent erhöht.
Mobilkom will UMTS-Lizenzen in Kroatien und Slowenien
In Slowenien hat man zunächst nicht an der Lizenzauktion teilgenommen, weil der Preis mit 1,45 Mrd. S für eine Lizenz viel zu hoch gewesen sei. Da aber nur die staatliche Mobitel eine Lizens erworben hat, gibt es wahrscheinlich eine neue Ausschreibung. In Kroatien steht die Ausschreibung noch bevor.

