SPEZIAL: COMPUTER-MEGAFUSION

·Österreich
Die beiden "Riesen" liegen Kopf an Kopf
·18.000 Jobs
Auch in Österreich wird gestrichen
Jetzt sagen sie IBM den Kampf um die Nr. 1 an: Die Fusion der beiden Giganten Hewlett-Packard und Compaq ist die Elefantenhochzeit der Branche. Kaufpreis: 25 Milliarden Dollar (27,6 Mrd. Euro/379 Mrd. S). HP soll 64 Prozent erhalten, Compaq 36 Prozent. HP-Chefin Carly Fiorina wird Vorsitzende des neuen Unternehmens. 18.000 Arbeitsplätze werden abgebaut.
Die beiden US-Computerkonzerne Hewlett-Packard (HP) und Compaq wollen fusionieren, um sich gegen den harten Preiskampf in der Branche und die abnehmenden Computer-Absätze zu behaupten. Das Geschäft habe ein Volumen von 25 Mrd. Dollar (27,6 Mrd. Euro/379 Mrd. S) in Aktien, teilten beide Gesellschaften am Dienstag (MESZ) mit. Durch das Zusammengehen werde ein Unternehmen mit einem Umsatz von 87,4 Mrd. Dollar (96,3 Mrd. Euro/1.326 Mrd. S) entstehen. Die Fusion werde bis Mitte des Geschäftsjahres 2004 zu voraussichtlichen Kosteneinsparungen in Höhe von 2,5 Mrd. Dollar führen.
Aubbau tausender Stellen geplant
Beide Firmen sollen zusammen rund 145.000 Beschäftigte haben. Zu Jahresbeginn 2001 zählte HP 88.500 Mitarbeiter, will aber rund 9.000 abbauen; Compaq will seine Beschäftigtenzahl von 71.300 (März 2001) um mindestens 9.000 reduzieren.
HP soll 64 Prozent erhalten
Die in Palo Alto ansässige HP werde 64 Prozent an dem fusionierten Konzern besitzen, die in Houston ansässige Compaq 36 Prozent. Chefin (CEO) und Chairman des neuen Unternehmens wird Carly Fiorina, bisher CEO und Chairman bei HP. Compaq-Chef Michael Capellas wird Präsident des fusionierten Konzerns.
Gemeinsam die Branche prägen
Der Vereinbarung beider Firmen zufolge sollen Compaq-Aktionäre für jede eigene Aktie 0,6325 HP-Papiere erhalten. Damit würde Compaq mit 14,68 Dollar je Aktie bewertet, was einem Aufpreis von fast 19 Prozent auf den Compaq-Schlusskurs am vergangenen Freitag von 12,35 Dollar entspricht.
"In einer Zeit besonderer Herausforderungen für die IT-Industrie hebt uns dieser Zusammenschluss in eine führende Position bei Kunden und Partnern. Gemeinsam werden wir die Branche in den kommenden Jahren prägen", erklärte HP-Chefin Fiorina.
Konkurrent für IBM und Sun Microsystems
Der fusionierte Konzern wird ein bedeutender Konkurrent für Branchenprimus IBM und Sun Microsystems auf dem Markt für Netzwerk-Rechner und ein großer Wettbewerber für Dell und Gateway auf dem Markt für Personal Computer (PC).
Nach Angaben der Fusionspartner entsteht durch den Zusammenschluss das größte Unternehmen, was den Absatz von Servern, PCs und Taschencomputern angeht. Zugleich werde eine führende Position bei Beratungsdienstleistungen sowie Datenspeicherungs- und Management-Software erreicht.
Rückgang des PC-Absatzes
Nach dem Boom in den späten 90er Jahren wird die Computerbranche derzeit von einem starken Rückgang des PC-Absatzes und deutlich reduzierten Investitionen der Unternehmen in Informationstechnologie belastet.
"Es ist ein logischer Schritt bei der Konsolidierung der PC-Industrie", sagte Bear-Stearns-Analyst Andrew Neff zu dem Fusionsvorhaben. Die einzige Frage sei, ob sich zwei Unternehmen, die unabhängig voneinander mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert worden seien, zu einem schlagkräftigen Wettbewerber entwickeln könnten.

