Montag, 3. September 2001

Kampf gegen die Meldemoral der Hoteliers

Die Wörthersee-Gemeinde Pörtschach glaubt, dass die Meldemoral ihrer Beherbergungsbetriebe nicht vorbildlich ist. Deshalb hat sie jetzt Privatdetektive angeheuert, die die Hotels und Pensionen kontrollieren sollen.

Die Gemeinde glaubt, dass ihr jährlich zwischen 500.000 und 700.000 S an Kurtaxe entgehen würden. Die Beherbergungsbetriebe in Pörtschach am Wörthersee sehen sich deshalb nun in verstärktem Ausmaß mit Kontrollen durch Privatdetektive konfrontiert. Die Gemeindespione tauchen unangemeldet im Betrieb auf und wollen das Meldebuch sehen. Wird jemand erwischt, wird Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft erstattet. Die Strafen bewegen sich zwischen 500 und 8.000 Schilling.

Gemeinde rechnet nach
Ein Sprecher der Gemeinde rechnet nach, dass etwa bei der vergangenen "Starnacht am Wörthersee" Pörtschach zur Gänze ausgebucht gewesen sei. Es gibt zwar insgesamt über 5.000 Gästebetten, gemeldet worden sind allerdings nur rund 4.000 Übernachtungen.

Getränkesteuer-Prüfer statt Privatdetektive
Ein Vertreter der Sektion Hotellerie in der Wirtschaftskammer protestiert gegen die Detektiv-Aktion der Gemeinde Pörtschach, zumal sogar in den Zimmern Nachschau gehalten werde. Wenn die Gemeinde schon zusätzlich zu den Überprüfungen der Kammer eigene Recherchen anstellen will, sollte man dazu nicht Privatdetektive heranziehen, sondern die ehemaligen Getränkesteuer-Prüfer. Im übrigen würden die Detektive oftmals ein Auftreten an den Tag legen, "dass es einem den Magen umdreht".

3.9.2001 18:16