Montag, 3. September 2001

FORMAT: Magna verleiht Flügel

Karl-Heinz Grassers Büro buchte für Ministerreisen Privatjets des Magna-Konzerns, obwohl die Regierung vertraglich nur mit Lauda-Jets fliegen darf. Der Finanzminister mit Rückkehrrecht zum Stronach-Konzern gerät damit in einen klaren Interessenkonflikt. Bundespräsident Klestil wiederum hat zwar die Lauda Air gebucht, mit seinen Flügen sind jedoch dem Steuerzahler ungewöhnlich hohe Kosten entstanden.

Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F) hat bei zwei Dienstreisen Privatjets seines Ex-Arbeitgebers Frank Stronach benützt. Das berichtet das Magazin "Format". Damit soll der Minister einen Ende September auslaufenden Vertrag gebrochen haben, der Regierungsmitglieder verpflichtet, ausschließlich mit Privatjets der Lauda Air zu fliegen.

Klestil-Flug kostete 92.000 Schilling
Ein Flug zur sub auspiciis-Promotion an der Innsbrucker Leopold Franzens-Universität am 16. Jänner dieses Jahres mit einem elfsitzigen Learjets 60 bescherte dem Staatssäckel eine Belastung von rund 92.000 Schilling. Ein Flug zum selben Anlass nach Salzburg kostete 70.000 Schilling. Auch die 170 Kilometer nach Graz bewältigte Klestil per Learjet zum Preis von 51.000 Schilling.

Zur UNO-Drogenkonferenz im Dezember des Vorjahres nach Palermo ließ sich der Präsident an Bord einer 18sitzigen Challenger fliegen. Die Flugkosten für den zweitägigen Sizilien-Trip beliefen sich auf 265.000 Schilling. Auch für kurze Strecken wie nach Innsbruck benützte Klestil die Maschine. Flugkosten der Visite des Bundespräsidenten bei der Ski-Weltmeisterschaft in St. Anton waren knapp 194.000 Schilling.

Grasser wiederum begründet seine Flugwahl für die Jetalliance - einmal im Vorjahr nach Luxemburg, einmal 2001 nach Malmö - mit Kostenargumenten. Flüge würden im und vom Sekretariat gebucht. Er habe in keinster erdenklicher Weise Präferenzen, Wünsche oder Ähnliches für Airlines angegeben: "Die Anbieter wurden nach ihrem Preis ausgewählt, um so sparsam wie möglich zu agieren". Unvereinbarkeit sieht Grasser, der über ein Rückkehrrecht in den Stronach-Konzern verfügt, nicht.

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3.9.2001 12:05