Montag, 3. September 2001

Das neue Schuljahr startet mit zahlreichen Änderungen

Für rund 100.000 Taferlklassler beginnt die Schule: Seit Montag in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. In den übrigen Bundesländern geht´s eine Woche später los. Insgesamt erwartet das Bildungsministerium heuer wie im Vorjahr etwa 1,2 Millionen Schüler. Mit dem neuen Schuljahr treten zahlreiche - umstrittene - Änderungen in Kraft. Für Schüler und Lehrer.

Sowohl Bundes- als auch Landeslehrer arbeiten nach einem neuen Dienstrecht. Außerdem können an den Schulen die lange umstrittenen Verhaltensvereinbarungen abgeschlossen werden.

Neu: Verhaltensvereinbarungen
Durch Verhaltensvereinbarungen dürfen an den einzelnen Schulen im Schulgemeinschaftsausschuss bzw. Schulforum bestimmte Regeln aufgestellt werden. Werden diese von Schülern, Eltern oder Lehrern verletzt, können per Zwei-Drittel-Mehrheit im schulpartnerschaftlichen Gremium Sanktionen verhängt werden.

Neu: Das "Jahresnorm-Modell"
Bei den Landeslehrern (v.a. Lehrer an Volks-, Haupt-, Sonder-und Polytechnischen Schulen) löst ein "Jahresnorm-Modell" das derzeit geltende "Pflichtstundenmodell" ab, das eine Lehrverpflichtung von 23 Stunden pro Woche vorsieht. Die Arbeitszeit der Landeslehrer wird nun durch die Fixierung eines Jahreszielwerts von rund 1.800 Stunden festgelegt. Weiters tritt eine verbesserte Vorruhestandsregelung in Form eines Sonderurlaubs in Kraft. Bereits ein halbes Jahr vor dem frühestmöglichen Pensionsantritt mit 56,5 Jahren können die Pflichtschullehrer bei vollen Bezügen aus dem Berufsleben ausscheiden. Außerdem erhalten die Pädagogen die Möglichkeit, einen bis zu dreimonatigen Bildungsurlaub anzutreten.

Neues Lehrerdienstrecht
Kernpunkte der neuen Dienstrechts-Regelungen für Lehrer an Allgemeinbildenden Höheren Schulen (AHS) bilden Änderungen bei der Bewertung von Klassenvorstands- und Kustodiatstätigkeiten. Klassenvorstände erhalten künftig eine monatliche Zulage von 2.000 Schilling für ihren Aufwand (Kustoden 1.100 bis 1.600 S), allerdings wird ihre Tätigkeit nicht mehr in die Lehrverpflichtung eingerechnet. Änderungen gibt es auch bei der Abgeltung von Supplierstunden. Jeder Lehrer kann demnach eine Stunde pro Woche ohne Bezahlung zur Vertretung eines Kollegen herangezogen werden. Ab der zweiten Stunde fallen 365 S brutto an.

Neu: "Geschichte und Politische Bildung"
Auf Grund einer "Abstimmungspanne" im Parlament heißt das Fach "Geschichte und Sozialkunde" in der 7. und 8. Klasse AHS künftig "Geschichte und Politische Bildung". Ursprünglich war die Einführung erst für das Schuljahr 2002/2003 geplant, allerdings hat die SPÖ nach langen Diskussionen zwar der Einführung zugestimmt, den entsprechenden Passus zum Wirksamwerden erst im kommenden Schuljahr abgelehnt. Derzeit wird ein Lehrplan für das Fach erarbeitet, bis zu dessen Inkrafttreten der Lehrplan der entsprechenden Schulversuche für die Politische Bildung verwendet wird.

Neu: Mehr Rechte für Schülervertreter
Mehr Rechte bringt das kommende Schuljahr für Schülervertreter. Ihre Tätigkeiten werden künftig als Rechtfertigungsgrund für ein Fernbleiben vom Unterricht anerkannt. Zur Beratung einer Klasse wird es auch drei "Schülervertreterstunden" geben. Außerdem müssen sie auch zu Lehrerkonferenzen rechtzeitig und nachweislich eingeladen werden. Der Schulleiter muss die Arbeit der Schülervertreter unterstützen.

3.9.2001 18:39