Rang 7 in Gesamtwertung

Die Olympia- und WM-Zweite Stephanie Graf hat ihr letztes Saison-Ziel verpasst. Die Kärntnerin wurde am Sonntag beim Grand-Prix-Finale der Leichtathleten in Melbourne über 800 m nur Dritte und verpasste damit die 50.000 US-Dollar (55.853 Euro/768.560 S) für den Disziplinen-Sieg bzw. fiel in der Grand-Prix-Gesamtwertung auf Rang sieben zurück.
Über 800 m gewann einmal mehr Maria Mutola aus Mozambik, die Grand-Prix-Siege gingen an die Rumänin Violeta Szekely und den Schweizer Andre Bucher.
Das Rennen war wieder einmal von der "Kampfkraft" Mutolas bestimmt. Graf kehrte zu ihrer gewohnten Taktik zurück und lief von der Spitze weg, auf der Zielgeraden lag sie schließlich mit Holmes, Faith Macharia (KEN) und Letitia Vriesde (SUR) auf einer Linie. Die heranbrausende Mutola kannte mit diesem Quartett freilich keine Gnade. Hinter ihr blieb Graf mit einer klaffenden Wunde am Schienbein, die gestürzte Vriesde und die aus dem Rhythmus gekommene Macharia als Siebente zurück.
Wunde musste genäht werden
Nur Holmes blieb ungeschoren, sie musste sich Mutola (1:59,78 Min.) um 0,24 Sek. geschlagen geben. Graf kam auf 2:00,40. Die Wunde der Völkermarkterin wurde mit vier Nähten behandelt. Schon im Februar beim Hallen-Rennen in Birmingham hatte Mutola Graf eine tiefe Schnittwunde an der Ferse zugefügt. Angesichts dieser Umstände war das ÖLV-Ass mit ihrer Leistung zufrieden. "Ihren WM-Knacks hat sie jetzt überwunden", erzählte Mutter Rita Graf von einem Anruf der Tochter in die Heimat.
Drei Wochen Erholung
Österreichs erfolgreichste Leichtathletin ist demnach nun auch froh, die Saison beenden zu können. "Sie war schon beim Einlaufen blau und im Finish nur noch müde", so Rita Graf. Stephanie Graf wird über Los Angeles heimreisen, ihre Ankunft in Klagenfurt ist für Dienstag Mittag geplant. Danach wird sie rund drei Wochen regenerieren, ehe die Vorbereitung auf die Hallen-EM vom 1.-3. März in Wien beginnt.
Szekely und Bucher kassieren ab
Graf trauerte auch nicht lange den verpassten 50.000 Dollar nach. Immerhin erhielt sie 30.000 Dollar (33.512 Euro/461.136 S) für den zweiten Rang über 800, weitere 30.000 hätte es für den möglichen dritten Grand-Prix-Gesamtrang gegeben. Über einen größeren Geldregen durften sich vor allem Bucher und Szekely freuen. Beide erhielten je 150.000 Dollar (167.560 Euro/2,31 Mio. S) - zwei Drittel davon für den Gesamt- und ein Drittel für den Disziplinen-Sieg - und zudem umgerechnet 1,15 Mio. S (83.574 Euro) als Anteil am Golden-League-Jackpot.
Bucher sichert sich Gesamtsieg in letzter Sekunde
Während Szekely den GP-Gesamtsieg schon fast sicher hatte und über 1.500 m (4:03,46 Min.) abermals gewann, überholte Bucher mit einem 800-m-Erfolg (1:46,71) noch Hürden-Sprinter Allen Johnson. Für den US-Amerikaner war Rang zwei hinter dem Kubaner Anier Garcia (13,22 Sek.) zu wenig. Bucher ist der erste Schweizer Grand-Prix-Sieger. Der 25-jährige erlitt nur eine Saison-Niederlage. Auch Szekely verlor nur ein Mal, das aber bei der WM. Durch ihre sieben Golden-League-Siege erhielt sie aber doch noch umgerechnet rund 1,44 Mio. S zusätzlich.
Einige Weltmeister deklassiert
In den 19 Bewerben im Olympic-Park von Melbourne waren nur sechs Weltmeister erneut siegreich, acht Titelträger von Edmonton kassierten zum Teil deftige Niederlagen. So endete der Siegeszug der Doping belasteten 5000-m-Weltmeisterin Olga Jegerowa (Russland), sie wurde über 3000 m nur Dritte. Nezha Bidouane (400 m Hürden /MAR) belegte nur Rang fünf, der vierfache Weitsprung-Weltmeister Ivan Pedroso (CUB) wurde mit dürftigen 7,83 m sogar nur Sechster.
Auf dem Podest der Grand-Prix-Gesamtwertung landeten hinter Bucher Johnson und Hicham El Guerrouj. Der Marokkaner gewann die 1.500 m in 3:31,25 Min. Bei den Damen reihten sich hinter Szekely Mutola und Tatjana Terschtschuk. Als zweiter Österreich-Beitrag war Velentina Fedjuschina in Melbourne dabei, die Kugelstoßerin wurde mit 17,01 m Siebente.
