"Überreste von Kahns Handschuhen eingeäschert"

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Die britische Tageszeitung "The Mirror" hat am Montag ihre Titelseite mit einer Todesanzeige des deutschen Fußballs geschmückt. Über den brennenden Handschuhen von Torwart Oliver Kahn heißt es da: "In herzlichem Gedenken an den arroganten, klinischen, Elfmeter-verwandelnden, schlichtweg krank machenden deutschen Fußball, der am 1. September 2001 im Münchner Olympiastadion verstarb...
...zutiefst unbetrauert von einer großen Zahl englischer Fans. PS: Die Überreste von Oliver Kahns Handschuhen werden eingeäschert, und die Asche wird nach England überführt."
Der "Mirror"-Konkurrent "The Sun" gab sich dagegen zahm und feierte auf der Titelseite seine eigene Bandenwerbung im Münchner Olympiastadion ("Unsere Werbung gab Owen, Beckham & Co einen Extra-Schub"). Im übrigen gab es auch Anerkennung. Der "Daily Telegraph" kommentierte: "Man stelle sich die Reaktion eines betrunkenen englischen Fußball-Hooligans auf eine 5:1-Niederlage gegen Deutschland auf englischem Boden vor. Und dann verkehre man all diese hässlichen Verhaltensmuster ins Gegenteil. Was man dann bekommt, ist die deutsche Reaktion auf den Rückschlag am Samstag in München. Würdig und großzügig in der Niederlage war das. Kritisch, was das eigene Team und den Trainer betrifft, aber nicht rachsüchtig. Und vor allem philosophisch."
"The Times" schrieb: "Ein Debakel, ein Albtraum, eine Schande - das sind nur einige der gestrigen deutschen Schlagzeilen. "Dies wird tiefe Wunden hinterlassen", sagte Günter Netzer. Das war typisch für Deutschlands Kulturpessimismus - seine selbstzerstörerische Tendenz nach jedem Rückschlag: Als ob ein einziges Spiel die Tatsache verdüstern könnte, dass Deutschland die WM-Qualifikationsgruppe immer noch anführt."
Und weiter: "War das Ergebnis etwa ein Zeichen für den Niedergang Deutschlands, nicht nur auf dem Fußballfeld? Würde es einen Wendepunkt in der Popularität von Bundeskanzler Gerhard Schröder markieren? Die korrekte englische Haltung in solchen kritischen Momenten der deutschen Geschichte ist natürlich, einmal mehr zu erklären: "Fußball ist nur ein Spiel!" Was natürlich weder jemand in England noch in Deutschland glaubt."
