FCG-Basisbefragung: 70% für Rücktritt Wiedners

In der Post-Gewerkschaft geht es drunter und drüber. Unter heftigem Beschuss stehen die beiden stellvertretenden Vorsitzenden, Manfred Wiedner von den Christ-Gewerkschaftern (FCG) und Herbert Podany von den Sozialdemokraten (FSG). Sie haben das umstrittene Gehaltsschema mitgetragen, weigern sich aber, ihre Funktionen zurückzulegen. Nun machen Schüssel und Cap mobil und erhöhen den Druck.
Während die FSG durch den neuen Post-Gewerkschafts-Chef Gerhard Fritz diesem Ansinnen eine prompte Absage erteilte, schweigt man in der FCG. Krisensitzungen sollen seit den frühen Morgenstunden im Gang sein, Vorsitzender Fritz Neugebauer war vorerst zu keiner Stellungnahme bereit. Wiedner selbst lässt sich jedoch auch vom Kanzler nicht beirren und will bleiben. Schüssel hatte davor gemeint, er glaubt nicht, "dass diese Position zu halten ist".
Anti-Wiedner-Front auch in der FCG
Unterstützt wird der VP-Chef in dieser Position auch von großen Teilen der FCG in der Postgewerkschaft. An der Spitze der Anti-Wiedner-Front steht dabei der Tiroler Landesvorsitzende Erwin Zangerl. Er hat eine Befragung unter FCG-Funktionären in sieben Bundesländern durchführen lassen, bei der sich nach seinen Angaben 50 von 70 Funktionären für einen Rückzug Wiedners ausgesprochen haben. Zangerls Fazit: Wiedner sei zwar ein "netter Bursch", man kann aber nicht zusehen, "wie das Ganze den Bach runtergeht".
Doch auch die Gefolgschaft Wiedners bezog Position. Für die Postler der FCG Oberösterreich betrat ihr Vorsitzender Ludwig Girlinger die Bühne. Dieser attackierte Zangerl vehement. Solch eine Umfrage durchzuführen sei "das Letzte vom Letzten". Er lässt sich niemanden von der "gesamten medialen Hetzte hinausschießen". Zudem ist Wiedner vom einzig zuständigen Gremium, dem Bundesvorstand, erst vor wenigen Tagen mit großer Mehrheit bestätigt worden.
Etwas ruhiger geht es vorerst in der FSG zu. Denn Fritz macht Podany die Mauer. Caps Rücktritts-Aufforderung wertete er als "unnötigen Zuruf von außen". Für ihn ist vor allem wichtig, dass sich Podany vom neuen Gehaltsschema distanziert hat. In die FCG-interne Diskussion will sich Fritz nicht einmischen. Der ÖGB hat überhaupt keine Lust mehr, sich zu den Vorgängen in der Post zu äußern. Vizepräsident Günter Weniger meinte nur, in seiner Gewerkschaft, jener der Gemeindebediensteten, "wäre das anders gelaufen". Der angesprochene Podany ist unterdessen wegen Krankheit weiterhin nicht erreichbar.
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