Bereits knapp 30 Millionen Schilling ausbezahlt

Mit einem Festakt in Warschau haben am Donnerstag die Auszahlungen der Entschädigungen für ehemalige polnische Zwangsarbeiter in Österreich offiziell begonnen. Der polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszewski lobte dabei die österreichische Verhandlungsseite, die in "so kurzer Zeit so große Fortschritte" gemacht habe.
Es könne keinen Zweifel am guten Willen der österreichischen Regierung und dem gegenseitigen Vertrauen zwischen dem österreichischen Versöhnungsfonds und der polnischen Partnerstiftung "Deutsch-polnische Aussöhnung" geben.
Dennoch könne die finanzielle Entschädigung nur eine moralische Geste sein, schränkte der polnische Chefdiplomat ein, der als junger Mann Häftling im deutschen Konzentrationslager Auschwitz war.
Botschafter Ludwig Steiner, der Vorsitzende des Komitees des österreichischen "Versöhnungsfonds" zur Zwangsarbeiterentschädigung, nannte die nun beginnende Entschädigung eine "Geste der Anerkennung und des großen Respekts gegenüber Menschen, die schwerstes Leid erfahren haben". Polen und Österreich seien einen langen Weg gegangen bis zur Entschädigung der Nazi-Opfer.
Nach Angaben des "Versöhnungsfonds" sind bisher insgesamt 28.634 Auszahlungen mit einem Gesamtvolumen von 29 Millionen Schilling genehmigt worden. Mit 12.421 Betroffenen nehmen die Polen darunter den Großteil ein, bis Anfang 2002 sollen die erwarteten 21.000 polnischen Fälle erledigt sein. 7.369 Zahlungen gingen bisher nach Tschechien, 3.859 in die Ukraine, 1.959 nach Weißrussland und 913 nach Ungarn. 2.113 Anträge wurden direkt vom "Versöhnungsfonds" in Wien abgewickelt.
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