Ex-Präsident soll für Massaker verantwortlich sein

Die peruanische Staatsanwaltschaft hat am Mittwoch gegen den geflüchteten Expräsidenten Alberto Fujimori Anklage wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit erhoben. In einer Stellungnahme hieß es, Fujimori sei mitverantwortlich für die Verbrechen des Todesschwadrons Colina, das Anfang der 90er Jahren mehrere Massaker beging.
Damit steigt der Druck auf Japan, den in sein Heimatland geflohenen Politiker juristisch zur Verantwortung zu ziehen.
Mitglieder der Gruppe Colina erschossen 1991 in einem Wohnhaus in Lima 15 Menschen. 1992 entführte und ermordete die Gruppe neun Studenten und einen Professor der Universität La Cantuta. Mit den Massakern ging die Gruppe gegen mutmaßliche Sympathisanten der maoistischen Guerillaorganisation Leuchtender Pfad vor.
Fujimori setzte sich im November vergangenen Jahres nach Japan ab und erhielt kurz danach die japanische Staatsbürgerschaft. Japan erklärte, es werde den 63-Jährigen nicht an Peru ausliefern, da die Verfassung die Auslieferung seiner Staatsbürger wegen im Ausland begangener Straftaten verbiete. Bisher war Fujimori in Peru nur wegen Pflichtversäumnis und Aufgabe seines Amtes angeklagt.
Die peruanische Regierung hofft, dass nach einer Anklage wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit Japan Fujimori entweder selbst vor Gericht stellen oder an ein internationales Tribunal überstellen wird, da Tokio internationale Menschenrechtsabkommen unterzeichnet hat.
Fujimori hatte Peru von 1990 bis 2000 autokratisch regiert. Das Ende der Ära Fujimori begann im September vergangenen Jahres: Damals wurde ein Video veröffentlicht, das den damaligen Geheimdienstchef und Vertrauten Fujimoris, Vladimiro Montesinos, bei der Bestechung eines Abgeordneten zeigte.
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