Österreich: 300.000 funktionale Analphabeten

Weltweit gibt es mehr als eine Milliarde Erwachsene, die nicht lesen und schreiben können. Zwei Drittel davon sind Frauen. In den Entwicklungsländern besucht nur die Hälfte der Kinder zwischen sechs und zehn Jahren eine Schule. Die Mehrheit davon: Mädchen. Dabei warnen Experten: Je weniger Bildung, desto mehr Nachwuchs. Frauenbildung könnte das rasante Bevölkerungswachstum bremsen.
Geld in Bildung anzulegen, rentiert sich doppelt und dreifach. Weltweit sind derzeit nach Schätzungen der UNESCO mehr als eine Milliarde Erwachsene Analphabeten, besonders Frauen sind betroffen. Mädchen haben in vielen Ländern keine Möglichkeit Schulbildung zu erhalten. Dabei wäre die Förderung von Frauen der Schlüssel gegen die Bevölkerungsexplosion: Je weniger Analphabeten es in einem Entwicklungsland gibt, desto geringer ist die Zahl der Kinder, die eine Frau zur Welt bringt. Die Erklärungen dafür sind zum Teil ganz simpl: Wer nicht lesen kann, kann auch den Beipacktext von Verhütungsmitteln oder Medikamenten nicht lesen.
Ohne Bildung - kaum Chancen am Arbeitsmarkt
Junge Mädchen ohne Schulbildung haben auch geringere Chancen am Arbeitsmarkt und damit ein höheres Risiko, früher schwanger zu werden. Anders hingegen jene Mädchen, die weiterführende Schulen besuchen: Wenn Eltern in Bildung investieren, wird das "Risiko" einer Schwangerschaft genauer abgewogen. Was nich dazu kommt, ist das Kinderreichtum oft die einzige Möglichkeit für eine Frau ist, einen gewissen Status in einer dörflichen Gemeinschaft bzw. in Slums zu erlangen.
Österreich: 300.000 funktionale Analphabeten
Laut jüngster Statistik des UNO-Entwicklungsprogramms UNDP sind weniger als ein Prozent der Erwachsenen in Österreich "echte" Analphabeten. Rund drei bis vier Prozent oder rund 300.000 Erwachsene gelten allerdings als "funktionale" Analphabeten, d.h. sie haben Probleme, einen alltäglichen Text zu lesen bzw. zu schreiben.
Die Ursachen für funktionalen Analphabetismus sind vielfältig. Häufige Gründe sind Fehlzeiten in den ersten Schuljahren und ungünstige familiäre Bedingungen, so dass die Kinder meist sich selbst überlassen werden, keine Hilfe bei den Hausaufgaben finden und generell keine Leseimpulse erhalten. Es können aber auch unentdeckte und nicht therapierte gesundheitliche Störungen dazu führen, dass jemand nicht ausreichend Lesen oder Schreiben lernt.
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