Alles hängt von Mulllah Mohammed ab

Die acht angeklagten westlichen Helfer in Afghanistan könnten nach einer Verurteilung auch begnadigt werden. Das gab heute zumindest der afghanische Außenminister Wakil Ahmed Mutawakil bekannt. Das letzte Wort in diesem Fall habe Taliban-Anführer Mullah Mohammed Omar.
Heute findet der dritte Prozess-Tag gegen die Helfer vor dem Obersten Gericht statt. Das Urteil und das Recht Omars zu begnadigen seien "zwei verschiedene Dinge", sagte er am Donnerstag in Kabul.
Die acht Entwicklungshelfer - vier Deutsche, zwei Australier und zwei Amerikaner - stehen wegen des Vorwurfs christlicher Missionierung vor dem Obersten Gericht. Der Vorsitzende Richter hatte bei einem Schuldspruch auch die Todesstrafe nicht ausgeschlossen.
Taliban-Außenminister Muttawakil hat außerdem Berichte zurückgewiesen, Afghanistan erwäge im Fall der inhaftierten Ausländer einen Gefangenenaustausch mit den USA. Muttawakil sagte, die Taliban verhandelten nicht mit den USA über den Austausch des dort inhaftierten radikalen Moslems Scheich Omar Abdel-Rahman. Sie hätten bislang auch nicht einen Brief von Verwandten Scheich Omars erhalten, in dem diese den Austausch vorgeschlagen haben sollen.
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