SPEZIAL: ÖGB-KRISE UND GAGEN-SKANDAL

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Die Gagen-Kaiser: Diskutieren Sie mit!
Keinen Grund für seinen Rücktritt sieht ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch. Er habe die Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten, die Gesamtmeinung des ÖGB zu gestalten und einen größtmöglichen Nenner zu erzielen, sagte er am Montag. Die Kritik seines Vize, Metaller-Chef Rudolf Nürnberger, in Richtung Entscheidungsschwäche des Präsidenten, kommentiert dieser als "Frage der Einschätzung".
Er habe heute mit Nürnberger telefoniert, und dieser habe ihm versichert, "dass das keine Rücktrittsaufforderung ist". Man sei "da und dort" anderer Meinung, "nach außen" würde man sicherlich nicht auseinander dividiert werden können, sagte Verzetnitsch.
Verzetnitsch war in den vergangenen Tagen ins Schussfeld der Kritik geraten, als er zur Gagenaffäre bei der Postgewerkschaft erst nach seiner Rückkehr aus einem Kanada-Urlaub Stellung genommen hatte. Unmut in- und außerhalb des ÖGB gab es auch darüber, dass Verzetnitsch-Stellvertreterin Renate Csörgits ihr Netto-Einkommen nur "in etwa" beziffern konnte und ca.17.000 Schilling gedanklich nicht präsent hatte.
"Ich arbeite für Menschen und mit Menschen", da sei es manchmal nicht so einfach, "ja oder nein zu sagen", deponierte Verzetnitsch. Er müsse alle Meinungen "zusammen fassen und nach außen vertreten", wobei seine Politik darin bestünde, "den größt möglichen Konsens zu erzielen".
Die Vorgänge "bei der Post" seien "nicht zu rechtfertigen", aber ein "Vorfall in einem Einzelunternehmen" sei kein Spiegelbild für den gesamten ÖGB. "Ich lasse mir nicht in den ÖGB Probleme hineintragen", betonte Verzetnitsch. Seinen kolportierten Pensionsanspruch von etwa 140.000 Schilling bestätigte Verzetnitsch.
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