Donnerstag, 30. August 2001

Noch kein Käufer für Lion.cc gefunden

Doch kein Lostag? Der Verkauf der Libro Entertainment AG, einer 100-prozentigen Tochter der seit Ende Juni im Ausgleich befindlichen Buch- und Medienhandelskette Libro, zieht sich. Ursprünglich war die Zustimmung des Ausgleichsverwalters für diese Woche erwartet worden.

Auf Grund von kleineren Korrekturen im Vertragsentwurf sei es möglich, dass die Vertragsunterzeichnung erst nächste Woche erfolge, teilte Libro am Donnerstag mit. Der grundsätzlich bereits fertig ausverhandelte Verkauf wackle deshalb aber keinesfalls.

Wie berichtet soll die Entertainment an eine Investorengruppe verkauft werden, als Verhandler trat die Meinl-Bank auf. Bei den Käufern der Entertainment soll es sich um Akteure aus der im Dezember des Vorjahres formierten Konzertveranstalterplattform Promoters Group Austria AG (PGA) handeln, hinter denen Finanzinvestoren stehen sollen.

Noch immer keinen Käufer gibt es hingegen für die Libro-Internettochter Lion.cc. Der oberösterreichische Papiergroßhändler und PBS Austria-Chef Anton Stahrlinger habe sich als Interessent für Lion.cc wieder zurückgezogen, sagte Lion.cc-Vorstand Heinz Lederer heute zur APA und bestätigte damit einen Bericht des heutigen "Standard". Verhandlungen gebe es derzeit mit Primus Online, Tiscali und einem weiteren kleinen Interessentenkonsortium, berichtete Lederer. Die Verhandlungen würden sich aber voraussichtlich noch in die nächste Woche ziehen.

Abgewunken hat heute erneut auch der Wiener Festnetz- und Internetbetreiber UTA: "Wir wären an einer reinen Zusammenarbeit interessiert gewesen, aber ohne finanzielle Verschränkungen. Da der Eigentümerstatus bei der Lion.cc derzeit aber unklar ist, führen wir keine Verhandlungen mehr", sagte UTA-Vorstand Romed Karre heute am Rande eines Pressegesprächs.

Der nächste Libro-Gläubigerbeirat soll kurz vor der für 21. September festgesetzten Ausgleichstagssatzung stattfinden.

30.8.2001 13:17