Mittwoch, 29. August 2001

Auch US-Wirtschaft langsamer gewachsen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird seine Prognose für das Weltwirtschafts-wachstum in diesem Jahr erneut nach unten revidieren. Und zwar auf 2,8 von 3,2 %, verlautet es aus IWF-Kreisen. Auch die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal langsamer gewachsen als zunächst geschätzt. Der Leiter des Wirtschaftsforschungs-Institutes, Helmut Kramer, plädiert nun dafür, den europ. Stabilitätspakt zu lockern.

Ob sich die Weltkonjunktur dann 2002 erhole, werde im IWF heftig diskutiert, hieß es in den Kreisen am Dienstag in Washington weiter.

Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa aus einen Entwurf des Ende September zur Veröffentlichung anstehenden Ausblick auf die Weltwirtschaft (WEO) berichtete, erwartet der IWF für die Euro-Zone nur noch ein Wachstum von 2001 auf 2,0 (vorher: 2,4) Prozent. Vor allem wegen "des deutlichen Rückgangs der Binnennachfrage, insbesondere in Deutschland", sei die Prognose für die Euro-Zone revidiert worden.

Auch US-Wirtschaft betroffen
Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal langsamer gewachsen als zunächst geschätzt: Wie das US-Handelsministerium am Mittwoch in Washington bekannt gab, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den Vereinigten Staaten verglichen mit dem Vorjahreszeitraum nur um 0,2 Prozent. In einer ersten Schätzung hatte die Regierung Ende Juli noch einen BIP-Anstieg um 0,7 Prozent erwartet. Zahlreiche Analysten hatten indes sogar ein Nullwachstum befürchtet.

Der Euro reagierte am Mittwoch mit einem leichten Kursrückgang auf die etwas besser als erwartet ausgefallenen Daten zum US-BIP. Kurzzeitig unterschritt er die Marke von 0,9100 Dollar.

Wifo-Chef: "Weltwirtschaft am Rande einer Rezession"
Angesichts der immer drohender werdenden Rezession in den USA - komme Europa und insbesondere dem Euro-Raum eine entscheidende Bedeutung hinsichtlich einer Konjunkturstabilisierung zu. Der Leiter des Wirtschaftsforschungsinstitutes (Wifo), Helmut Kramer, plädiert daher dafür, den europäischen Stabilitätspakt zu lockern.

Es müsse ein Weg gefunden werden, um den Stabilitätspaktes flexibler zu gestalten, so Kramer. Eine Möglichkeit wäre, den (staatlichen) Haftungsrahmen für Infrastrukturinvestitionen zu verbessern, womit das Budget nicht belastet würde.

Finanzminister Grasser hat ein Abgehen vom Stabilitätspakt bisher immer ausgeschlossen.

29.8.2001 15:04