3,3 Millionen haben keinen Job

Arbeitslos? Früher ein Fremdwort im stolzen Japan. Doch jetzt leider trauriger Alltag: Die Zahl der Menschen, die keinen Job haben, ist erstmals auf fünf Prozent gestiegen! Derzeit sind es 3,3 Millionen. Und die Wirtschaft gibt weiter nach. Wie aus dem Tief entkommen? Premier Koizumi kündigt eine "schmerzhafte Kur" an.
Die Arbeitslosigkeit in Japan hat im Juli mit fünf Prozent einen Nachkriegsrekord erreicht. Die Zahl der Erwerbslosen stieg um 230.000 auf 3,3 Millionen. Das gab die Regierung am Dienstag bekannt. Seit Einführung der Arbeitslosenstatisik 1953 war noch nie eine so hohe Quote festgestellt worden.
Im Juni waren 4,9 Prozent der Erwerbstätigen arbeitslos gemeldet gewesen. Ministerpräsident Junichiro Koizumi will die Rezession nach eigenen Angaben mit einer "schmerzhaften Kur" in den Griff bekommen. Seine Vorgänger hatten auf Ausgabenprogramme gesetzt, um die Wirtschaft anzukurbeln.
Besonders betroffen sind die Elektronik- und andere Technologie-Industrien sowie zunehmend der Bausektor. Bis vor kurzem hatten japanische Firmen ihren Mitarbeitern noch lebenslange Beschäftigung garantiert. Inzwischen streichen Firmen wie Toshiba, Fujitsu, NEC, Hitachi und Matsushita Tausende von Stellen. Zudem rollt eine Konkurswelle durch das Land.

