ÖIAG-Chef Ditz kürte Dänen

Der Däne Vagn Sörensen ist auch für den scheidenden AUA-Vorstand Bammer eine "gute Wahl". Sörensen wurde am Montag einstimmig als neuer AUA-Vorstands-Vorsitzender nominiert.
Gemeinsam mit Sörensen sollen nun die drei anderen Mitglieder des Vorstandes ausgewählt werden. Der neue AUA-Vorstand wird offiziell am 27. September präsentiert.
Der 41-jährige Sörensen war schon im Vorfeld als Favorit gehandelt worden. Eine Vorentscheidung ist anscheinend schon bei einem Gespräch mit AUA-Präsident Ditz in der vergangenen Woche gefallen. Ditz hatte signalisiert, daß der Däne der Favorit für die Nummer eins im AUA-Cockpit sei. Sörensen war bis Anfang August Vizechef der skandinavischen Fluglinie SAS, mit guten Chancen für den Chefsessel. Dann allerdings machte eine saftige Geldstrafe der EU-Kommission gegen SAS - wegen verbotener Kartellabsprachen - seinen Ambitionen ein vorläufiges Ende.
Ein verantwortungsvoller Posten
Auf den neuen Vorstand wartet eine schwierige Aufgabe: Vor wenigen Tagen erst hat die AUA einen Verlust von 800 Millionen Schilling im ersten Halbjahr bekannt gegeben. Der neue Vorstand muss einen harten Sanierungskurs fahren und sich dabei dennoch im Haus ein Standing verschaffen. Nur dann können AUA, Lauda Air, Tyrolean und Rheintalflug wieder zu einem starken und eigenständigen Partner in der multinationalen "Star Alliance" werden.
Vagn Sörensen - Die Stärken und Schwächen
+ 17 Jahre lang bei der SAS, große internationale Erfahrung
+ Als ehemalige Nummer zwei der SAS ausgewiesene Führungskompetenz
+ Hat bei den Sondierungsgesprächen einen guten Eindruck hinterlassen
– Rücktritt bei der SAS wegen des Vorwurfs verbotener Kartellabsprachen
– Hat dadurch einen angeschlagenen Ruf
Die Scandinavian Airlines SAS - Sörensens Ex-Dienstgeber
Sörensen musste sein Büro bei der SAS erst vor wenigen Wochen räumen. Er war seit 1994 die Nummer 2 in der SAS. An den in den letzten Jahren erzielten Restrukturierungserfolgen des Star Alliance-Partners soll er maßgeblich beteiligt gewesen sein. Die SAS gehört mit einem Jahresumsatz von rund 7,5 Mrd. Franken (4,94 Mrd. Euro/67,9 Mrd. S) und 22 Millionen beförderten Passagieren zu den größten Fluggesellschaften Europas. Anders als die AUA schreibt sie auch im operativen Fluggeschäft schwarze Zahlen.
Gewinnerwartung zurück geschraubt
Unterdessen hat die Erste Bank ihre Gewinnschätzungen für die Aktien der Austrian Airlines-Gruppe deutlich reduziert. Für das Geschäftsjahr 2001 rechnet man dort in einer neuen Analyse nur noch mit einem Gewinn je Aktie von 0,06 Euro, statt 1,02 Euro wie zuvor. Im Geschäftsjahr 2002 erwartet er 0,66 Euro Gewinn pro Aktie nach 1,73 Euro zuvor. Grund: Die desaströsen Zahlen für das erste Halbjahr 2001. Die Anlageempfehlung "Neutral" wird jedoch beibehalten.

