Investoren stellen sich schon an

Julius Eberhardt, Eigentümer der Sofiensäle, kassiert nicht nur von der Versicherung. Der Brand des historischen Gebäudes steigert auch den Wert der Immobilie und lockt Investoren an.
Derzeit urlaubt der 65jährige Eberhardt im tiefsten afrikanischen Busch, abgeschnitten vom Rest der Welt. Der frühere St. Pöltner Bautycoon dürfte daher einer von wenigen Österreichern sein, die nicht wissen, daß die Wiener Sofiensäle einem Großbrand anheimfielen. Die Zerstörung der Sofiensäle wird ihm eine Menge Geld bringen. Rund 180 Millionen Schilling Schadensersatz winken ihm von der Versicherung – gut das Dreifache dessen, was der Bauunternehmer Mitte der Achtziger für die Sofiensäle an die Creditanstalt bezahlte.
Die verbliebene Ruine ist jetzt nicht um diesen Betrag weniger, sondern eher sogar mehr wert als zuvor. Jahrelang versuchte Eberhardt das historische Bauwerk an eine Hotelbetreibergesellschaft zu verkaufen, scheiterte aber stets an den hohen Auflagen des Denkmalschutzes für den berühmten – nun vernichteten – Ballsaal. „Es war ein hoffnunsloses Projekt, das jeden Investor abschreckte“, sagt Christian Lippert von Inter- Pool, Österreichs größtem Vermittler
Holiday-Inn-Gruppe interessiert sich für Brandruine
Nun, nach dem Brand ist plötzlich die Holiday-Inn-Gruppe als Interessent im Gespräch. Mögliche künftige Betreiber wären die Austria Hotels der Uniqa Versicherung oder die Trend Hotels des Verkehrsbüros: „Der Standort ist sicher kein schlechter für ein Vier-Sterne-Haus“, bestätigt Verkehrsbüro-Boß Rudolf Tucek sein Interesse. Auch Kövesi hat „eine britisch- amerikanische Hotelgruppe an der Hand“.
Das weitere Schicksal der Ruine ist fraglich
Jetzt geht es wohl nur noch darum, ob die denkmalgeschützte Fassadenwand gerettet werden muß. Der historische Ballsaal, von dem kaum was übrigblieb, ist kein Thema mehr. Die zuständige Landeskonservatorin Eva-Maria Höhle erklärt: „Wir wollen nur historische Zeugnisse erhalten, aber sicher niemanden zwingen, eine Kopie zu errichten.“
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