Kürzere Sätze sollen spannende Spiele garantieren

Ein neues Tischtennis-Zeitalter hat begonnen. Mit Stichtag 1. September wurde die neue Zählweise aktuell, die bisherige hat ausgedient. Statt wie traditionell auf 21 werden die Sätze ab sofort nur noch auf elf Gewinn-Punkte gespielt, statt zwei oder drei geht es nun auf drei oder vier gewonnene Durchgänge. Über den Nutzen der neuen Regelung herrschen geteilte Meinungen.
Die Regel-Änderung soll dem Tischtennis nach Vorstellung des Weltverbandes (FIVB) neue Impulse geben, demnach sollten sich die Spiele für die Zuschauer spannender gestalten.
Lengerov gefällt's
Die österreichische Elite bereitet sich seit rund einem Monat auf die Saison vor, auf die neue Zählweise wurde dabei natürlich ein Hauptaugenmerk gelegt. Bei einigen kleineren Turnieren wurde sie auch schon angewandt, Kostadin Lengerov war etwa in Braunau dabei. "Ich find's spannend fürs Publikum, mir gefällt's auch. Man ist jetzt mehr unter Druck, hat aber gegen einen besseren Spieler mehr Chancen", so der gebürtige Bulgare. Dem stimmt ÖTTV-Bundestrainer Ferenc Karsai zu: "Eine kürzere Dauer kommt immer den Schwächeren zu Gute."
Schlager ist skeptisch
Dass die Matches im Schnitt etwas kürzer werden, ist anzunehmen. Hatte ein Zweisatz-Sieger bisher minimal 42 Punkte zu spielen, könnte ein Spieler nun schon nach 33 Zählern als Gewinner feststehen. ÖTTV-Ass Werner Schlager sieht darin einen Nachteil: "Ich glaub' nicht, dass das die Spannung hebt. Generell bin ich skeptisch, auch wenn es sich erst in der Praxis zeigen wird. Bisher waren oft schwache Schiedsrichter ein Problem, daran wird sich jetzt auch nichts ändern. Auch die Chinesen-Dominanz wird sich nicht legen."
Der 28-Jährige sieht also kaum neue Impulse, außer dass das Glück eine größere Rolle spielen wird. "Gibt's in einem Satz drei, vier zufällige Bälle für den Gegner, kann man fast nichts mehr machen", so der Niederösterreicher. Gemeinsam mit seinem Teamkollegen testete er zuletzt in Charleroi mit den dortigen Assen des Champion-League-Siegers. Noch ungewohnt sind für Schlager die Service-Wechsel nach nur zwei gespielten Bällen sowie die Abwisch-Pausen nach sechs Ballwechseln.
Jedes Jahr eine Neuerung
Einen Nachteil für sich sieht Chen Weixing. "Als Verteidigungsspieler komme ich langsamer in Schwung. Bei Sätzen bis nur elf ist das nicht so gut." Liu Jia sieht in der neuen Bestimmung eine Herausforderung: "Man muss jetzt konzentrierter spielen." Die Änderung der Zählweise folgt der Einführung der größeren Bälle vor einem Jahr. Die geplante Einführung der neuen Service-Regel in einem Jahr scheint hingegen laut jüngsten Meldungen noch nicht ganz fix zu sein.
In Europaliga gegen Deutschland
Erster Saison-Höhepunkt ist das Europaliga-Duell der Herren am Dienstag in einer Woche (11. September) gegen Deutschland in Wolfurt. Highlight auf Nationalteam-Ebene sind die Europameisterschaften vom 30. März bis 7. April in Zagreb. Für SVS Niederösterreich geht es in der Champions League um einen neuen Höhenflug, mit Chen Weixing hat man sich sicher gut verstärkt. Schließlich findet im Jänner das Pro-Tour-Finale in China statt, das erste Turnier der neuen Pro-Tour-Saison steigt vom 31. Jänner bis 3. Februar in Wels.
