Mittwoch, 29. August 2001

Herminator Ärzte warnen vor frühem Comeback

Ski-Star Hermann Maier wird noch etwa "plus - minus drei Wochen" im Krankenhaus bleiben. Danach wird der Skistar laut ÖSV-Arzt Artur Trost zur Rehabilitation auf den Olympiastützpunkt Obertauern gebracht. Vor einem Comeback in der kommenden Saison raten alle Ärzte ab.

Die Lebensgeister des bei einem Motorradunfall vor vier Tagen schwer verletzten Skiläufers kehrten zurück, psychisch sei ein "deutlicher Stimmungsaufschwung" bemerkbar, berichtete Dr. Karlbauer. Zwar ist die rasche Ermüdbarkeit des Patienten "immer noch ein Problem", doch könnte er schon "in den nächsten Tagen" auf die Normalstation verlegt werden, meinte Karlbauer optimistisch. Intensivmedizinisch macht Maier "gute Fortschritte", mit dem Stoffwechsel gibt es aber noch "gewisse Probleme", schilderte Eckehard Funtan, Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin. Allerdings, so Funtan, bessern sich die entsprechenden Parameter täglich.

Derzeit wird Maier drei Mal täglich physiotherapeutisch behandelt. Der Sportler sei "hochmotiviert und sehr kooperativ". Die Behandlung hat bereits erste Ergebnisse gebracht: Die Muskulatur Maiers ist bereits "deutlich weicher" und auch seine Beweglichkeit hat sich verbessert. Die eingesetzten Implantate müssen nach etwa einem Jahr wieder entfernt werden.

Lockeres Skifahren kein Problem
Grundsätzlich könne man gegen mit "Vernunft betriebenes, lockeres Skifahren" mit den Implantaten nichts einwenden, erläuterte Trost. "Bei Hermann Maier geht es aber um eine andere Art des Skifahrens, das man vom medizinischen Standpunkt aus nicht befürworten kann", so der Arzt.

Besuch vom Chef-Trainer
Besuch bekam Maier am Dienstag von ÖSV-Alpin-Dirketor Hans Pum. "Ich war positiv überrascht, er sieht gut aus und ist optimistisch", sagte er. "Man hat mir gesagt, dass er im Gesicht Schwellungen hat, aber die sind bereits abgeklungen. Er ist nach wie vor müde, aber das ist logisch", meinte Pum. Der Oberösterreicher zeigte sich die Zukunft des "Herminators" betreffend optimistisch. "Er ist ein Kämpfer, das wissen wir alle. Das hat er auch in Nagano schon gezeigt."

29.8.2001 10:05