Polizeieinsatz gegen Kurdenproteste

Mit dem Einsatz von Tränengas und der Festnahme von Hunderten Demonstranten hat die türkische Polizei am Samstag auf Proteste der kurdischen Minderheit reagiert. In der Hauptstadt Ankara sind mindestens 700 Kurden festgenommen worden, die an einer verbotenen Großkundgebung der Kurden-Partei HADEP teilnehmen wollten.
Weil jedoch die Gefängnisse in der Hauptstadt nicht genügend Platz boten, wurden viele der Festgenommenen im Umland interniert.
Tränengasgranaten auf Demonstranten abgefeuert
Auch in der westtürkischen Metropole Istanbul wurden nach HADEP-Angaben 200 Kurden festgenommen. Zuvor hatte die Polizei Tränengasgranaten auf rund 2.000 Demonstranten abgefeuert, die sich zu einer Kundgebung im Stadtteil Topkapi versammelt hatten.
Die Polizei hatte bereits am Freitag in Diyarbakir mit Luftschüssen eine Protestkundgebung von etwa 3.000 Anhängern des inhaftierten Chefs der Kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, aufgelöst. Die türkischen Behörden machen Öcalan und die verbotene PKK für eine 17-jährige Gewaltkampagne mit 30.000 Toten verantwortlich. Die PKK strebt nach einem unabhängigen Staat für die zwölf Millionen in der Türkei lebenden Kurden. Öcalan sitzt seit seiner Verurteilung in einem Gefängnis auf einer türkischen Insel.
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