Freitag, 31. August 2001

LH Pröll fordert Rücktritt Wiedners

Manfred Wiedner, der Stellvertreter des zurückgetretenen Postgewerkschafts-Chefs Dörfler, will am Mittwoch seiner Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) die Vertrauensfrage stellen. "Ich habe zwar keinen unmittelbaren Gehaltsvorteil, hätte aber langfristig profitiert."

Zwar plagen ihn im Zusammenhang mit der Gehaltsaffäre im Post-Betriebsrat nach wie vor keine Gewissensbisse. Nach zahlreichen medialen Angriffen müsse die Vertrauensfrage aber "auch eine Bestätigung für mich sein, in dieser From weiter zu machen", meinte Wiedner bei einer Pressekonferenz am Freitag.

Wiedner zeigte sich mit dem neuen Gehaltsschema im Post-Betriebsrat, das nach Angaben der Post 18 Personalvertretern Gehaltssprünge bescherte, erneut "grundsätzlich" einverstanden. "Natürlich habe ich auch gewusst, dass der eine oder andere mehr verdienen kann", so Wiedner, der im übrigen der Meinung ist, dass die Gehaltsaffäre weniger brisant geworden wäre, wäre Dörfler nicht zurückgetreten.

Wiedner betonte erneut, dass er persönlich keinen unmittelbaren Gehaltsvorteil aus der Neuregelung gezogen hat. Vielmehr ist ihm auch im Fall einer Ernennung ins neue Schema netto vorerst weniger Gehalt geblieben, da er im neuen Gehaltsmodell keine Überstunden mehr verrechnen kann. Gleichzeitig räumte Wiedner ein, dass er langfristig sehr wohl von der Neuregelung profitiert hätte.

Einen Bericht der "Kleinen Zeitung", wonach er diverse Zulagen verheimlicht hat, wies Wiedner erneut zurück (der Postgewerkschafter hat bereits eine Klage auf Rufschädigung eingebracht). Nicht näher beziffern wollte er seine Reisespesen (laut "Kleine Zeitung" rund 100.000 Schilling jährlich). Es sind aber "bei weitem nicht die Summen, die veröffentlicht wurden", so Wiedner.

Das bis zur Vorlage einer Rechnungshof-Prüfung auf Eis gelegte Gehaltsmodell für die Post-Betriebsräte sieht bei Wiedner die Ernennung in die Verwendungsgruppe "PT 1/S" vor. Damit verbunden wäre ein Brutto-Gehalt von 32.205 Schilling sowie Dienstzulagen von 14.484 Schilling brutto. - Allerdings ohne die Möglichkeit, Überstunden zu verrechnen, wie Wiedner betont. Außerdem wäre er im Oktober ohnehin in die Verwendungsgruppe "PT 1/1" ernannt worden, so Wiedner. Diese Verwendungsgruppe sieht ein Grundgehalt von 32.205 Schilling plus 12.756 Schilling Zulage vor. Allerdings steigt die Zulage in "PT 1/1" bedeutend langsamer als in "PT 1/S".

31.8.2001 14:25