Ergebnisse liegen erst nächste Woche vor
Groß war der Andrang vor den Wahllokalen: Zwei Jahre nach dem Referendum über die Unabhängigkeit von Indonesien ist in Osttimor erstmals ein Parlament gewählt worden. Es gibt 88 Sitze für Abgeordnete. Als Favorit unter den 16 Parteien gilt die Revolutionäre Front für ein Unabhängiges Osttimor (Fretilin). Sie führte Befreiungskampf gegen die indonesische Besatzung an.
Rund 425.000 Menschen waren zur Wahl des Parlaments aufgerufen. Schon Stunden vor Öffnung der Wahllokale warteten die Menschen in langen Schlangen vor den Gebäuden. Die Wahllokale schlossen um 16.00 Uhr Ortszeit (9.00 Uhr MESZ). Aus keinem der 13 Wahlbezirke wurden gravierende Unregelmäßigkeiten oder Störungen gemeldet worden, teilte UNO-Wahlleiter Carlos Valenzuela mit. In manchen Wahllokalen in der Hauptstadt Dili sei es wegen des großen Andrangs allerdings zu Verzögerungen gekommen.
Vertreter der UNO gingen davon aus, dass die Beteiligung an der Wahl ebenso hoch lag wie bei dem Unabhängigkeits-Referendum 1999, an dem 98 Prozent der Wahlberechtigten teilnahmen. Erste Ergebnisse der Wahl werden kommende Woche erwartet.
Nach vier Jahrhunderten Kolonialherrschaft und 24 Jahren indonesischer Besatzung soll das Parlament in den kommenden Monaten mit der Ausarbeitung einer Verfassung und der Wahl eines Präsidenten im kommenden April den Weg in die Unabhängigkeit freimachen. Als Favorit dafür gilt der ehemalige Guerillaführer Jose Alexandre "Xanana" Gusmao. Die 1999 eingesetzte UNO-Übergangsregierung soll bis Mitte 2002 ihre Arbeit einstellen.
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