Sonntag, 2. September 2001

SPEZIAL: DIE GASOMETER-ERÖFFNUNG

Am Freitag wurde in einem der neuen Wahrzeichen Wiens Eröffnung gefeiert: Die "Gasometer City" in Simmering lud zum großen Fest. Um 10:00 Uhr fiel unter der Regie von Bürgermeister Michael Häupl und Wohnbaustadtrat Werner Faymann der offizielle Startschuss. Aber bereits Donnerstag Abend versammelte sich viel Prominenz, um die vier ehemaligen Gasbehälter einzuweihen.

Zum großen Eröffnungsfestes am Donnerstag Abend sind Tausende in die Gasometer-City "gepilgert": Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur, Medienvertreter, Architekten, Bauträger, Bewohner, Geschäftsmieter und viele mehr waren zur Präsentation des außergewöhnlichen Bauprojekts geladen. Auch heute füllte sich der neue Stadtteil rund um die historischen Gasbehälter bereits mit Leben, als Bürgermeister Michael Häupl (S) und Wohnbaustadtrat Werner Faymann (S) mit einem großen Fest den offiziellen Startschuss gaben.

Gasometer in buntem Lichterschein
Höhepunkt der Präsentation am Donnerstagabend war der Druck auf den roten Knopf durch Häupl und Faymann: Hunderte bunte Scheinwerfer gingen an und bestrahlten die Gasometer - als weithin sichtbares Signal der Übergabe an die Wiener - mit buntem Licht, eine Panzertür öffnete sich und die Gästemassen wälzten sich durch den Glasgang vom Entertainment-Center in die Gasometer. Zuvor fragte Show-Moderator Alfons-Haider die "Gasometer-Väter", wie sie sich angesichts dieses historischen Moments fühlten. "Gerüht wie alle Väter", meinte Bürgermeister Häupl und "ganz besonders" Wohnbaustadtrat Faymann: "Aller Ärger, den es gegeben hat, ist vergessen!"

In seiner Rede freute sich Faymann über "die Chance, Baukunst vorzufinden, die sich mit moderner Architektur zusammen zu so einem Kunstwerk vereint" und gedachte auch der Schrecksekunde, als während der Bauarbeiten die Decke der Veranstaltungshalle einstürzte. "Ein Albtraum für die Versicherung, aber ein Glück, dass niemand verletzt wurde." Die Arbeiten am Gasometer verliefen, abgesehen von einigen kleinen Verletzungen, unfallfrei. Arbeiter der verschiedensten Nationalitäten hatten zwei Jahre lang an dem neuen Wiener Wahrzeichen gearbeitet.

"Wenn ich zurückdenke an die erste, die embryonale Phase des Projekts, dann muss ich ja zugeben, dass ich damals nicht geglaubt habe, dass das funktionieren wird", gestand Häupl. Umso stolzer sei er heute auf diesen "Diamant der Stadtentwicklung". Von Anfang an sei das Projekt mit offenen Armen und viel Interesse von der Wiener Bevölkerung aufgenommen worden, das "typische Wiener Raunzen" habe er nie vernommen, so Faymann. Dies sei nicht zuletzt ein Verdienst des positiven Medienechos, weshalb der Dank auch den Medienvertretern gelte.

Enormes internationales Echo
Das internationale Echo auf das innovative Projekt sei enorm gewesen, berichtete Architekt Manfred Wehdorn, der den Gasometer C gestaltet hatte. "Wo ich auch hinkomme im Ausland - man fragt mich immer, wie es denn dem Gasometer-Projekt geht."

Highlights für die Besucher der Eröffnung
Führungen, Gewinnspiele und wertvolle Preise sollen dem Publikum den Besuch zur Einweihungs-Feier schmackhaft machen. Von Freitag, 31.8. bis So 30.9. - den gesamten ersten Monat nach der Eröffnung - werden in den Gasometern außerdem kostenlose Führungen durch Bereiche geboten, die normalerweise für Besucher geschlossen sind.

Die vergangenen Jahre
Im Jahr 1986 wurde der letzte der vier Simmeringer Gasometer stillgelegt. Seitdem wurden sie als Veranstaltungsorte für Raves, Filmaufnahmen, Foto-Shootings und Ausstellungen genutzt. Nach langen und eingehenden Debatten über die Zukunft der 1981 unter Denkmalschutz gestellten Gebäude wurde 1996 ein von Wohnbaustadtrat Faymann initiierter Bauträgerwettbewerb gestartet. Wohnen, Arbeit und Freizeit unter einem Dach, so lautete die Vorgabe.

Star-Architekten kreierten neuen Stadtteil
Letztendlich kamen prominente Architekten zum Zug: Jean Nouvel, Wilhelm Holzbauer, Coop Himmelb(l)au und Manfred Wehdorn haben gemeinsam mit Rüdiger Lainer einen neuen attraktiven Stadtteil Wiens geschaffen. Dieser besteht aus mehr als 600 Wohnungen, 247 Studentenheimplätzen, einer Veranstaltungshalle für 4.200 Besucher, einem Einkaufszentrum mit 70 Geschäften, einem Vergnügungszentrum, einer Kinderbetreuungsstätte, zahlreiche Büros und aus einer neuen Heimstätte für das Wiener Stadt- und Landesarchiv.

2.9.2001 15:32