SPEZIAL: ÖGB-ABSTIMMUNG UND GAGEN-STRIP

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Die Gagen-Kaiser: Diskutieren Sie mit!
FPÖ-Chefin Riess-Passer will den ÖGB-Gagen-Skandal jetzt zum General-Angriff gegen Verzetnitsch & Co nützen. Für die Vizekanzlerin ist die Post-Affäre Dörfler wie ein aufgelegter Elfmeter: Ohnehin kritisch gegenüber Gewerkschaften, fordert sie nun eine Rechnungshofprüfung für den ÖGB. Verzetnitsch wehrt sich: "Was ist mit den Betrügereien in Ihrer Partei?"
NEWS: Herr Präsident, der ÖGB wird von der Dörfler-Affäre erschüttert, die FPÖ attackiert den Gewerkschaftsbund, das alles während Ihres Urlaubs. Denken Sie an Rücktritt?
Verzetnitsch: Warum sollte ich das tun? Der ÖGB ist in keiner Krise und lässt sich auch in keine Krise hineinreden, auch, wenn das den politischen Auguren in unserem Land passen würde. Im Unternehmen Post hat ein Vorgang stattgefunden, der in keiner Weise zu rechtfertigen ist. Aber es gibt keine ÖGB-Krise.
Riess-Passer: Herr Präsident, mich überrascht Ihre Reaktion nicht. Immer wenn solche Dinge auftauchen, leugnet man zuerst, und wenn es nicht mehr geht, sagt man, das ist zwar unschön, aber ein Einzelfall. Ich denke nur an die Bauarbeiterurlaubskasse, an die Holzarbeitergewerkschaft, an das Berufsförderungsinstitut Steiermark …
Verzetnitsch: Das ist das Handbuch, 12 Ziffer 1 und 2 der FPÖ: Behauptungen aufstellen, die man dann nicht nachvollziehen kann, aber die einen schlechten Eindruck erwecken. Sie wissen es ganz konkret: Die Geschichte mit dem BFI Steiermark war ein Rohrkrepierer.
Riess-Passer: Der ÖGB ist in einer Krise. Diese Krise wird nicht herbeigeredet. Die haben Sie sich eingebrockt.
Verzetnitsch: Frau Vizekanzlerin, wie ist denn das mit den Steuerhinterziehern in Ihrer Partei?
Riess-Passer: In meiner Partei gibt es keine Steuerhinterzieher.
Verzetnitsch: Und wie ist das mit den Betrügern in Ihrer Partei?
Riess-Passer: Herr Präsident, ich weiß schon, dass Sie in einer schwierigen Situation sind …
Verzetnitsch: Ich bin ganz locker.
Riess-Passer: Sie brauchen sich nicht so aufzuregen. Und Sie sollten nicht mit falschen Behauptungen agieren.
Verzetnitsch: Wieso? Ist der Herr Rosenstingl (Ex-FPÖ-Abgeordneter, Anm. d. Red.) nicht in Ihrer Partei gewesen?
Riess-Passer: In meiner Partei ist alles in Ordnung und geregelt. Wenn jemand Verfehlungen begeht, hat er sich vor Gericht zu verantworten.
Verzetnitsch: Sehen Sie, genau das geschieht auch im ÖGB – wenn es den ÖGB betrifft.
Riess-Passer: Der Unterschied zwischen Herrn Rosenstingl und Herrn Dörfler ist ein entscheidender: Hier geht es um Mitgliedergelder der Gewerkschaften und um Personalvertreter. Da können Sie es sich nicht so einfach machen und sagen, die Geschichte ist abgehakt.
NEWS: Ist sie das aus Ihrer Sicht, Herr Präsident?
Verzetnitsch: Die Konsequenzen sind gezogen worden. Darüber bin ich froh. Wenn ich die Vizekanzlerin so höre, denke ich mir, sie hat in Wirklichkeit nur Angst vor der Urabstimmung. Denn sonst wäre das für sie nicht ein so interessantes Thema.
Riess-Passer: Vor dieser Urabstimmung fürchte ich mich wirklich nicht. Da wünsche ich Ihnen viel Vergnügen. Sie wollen mir wirklich erzählen, dass die Vorgänge in der Post nicht mit der Gewerkschaftsspitze abgesprochen waren? Der Herr Dörfler hat eine ganz zentrale Funktion in der Fraktion sozialistischer Gewerkschafter!
Verzetnitsch: Stellen Sie sich vor, das kann es geben. Bei uns ist ein demokratisches Verantwortungsbewusstsein da, und da entscheidet nicht eine Einzelperson über alle Vorgänge.
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