Zwölf Atomkraftgegner in Polizeigewahrsam

- Der Atommülltransport aus dem hessischen Biblis hat am Mittwochmittag ohne größere Verzögerung die Grenze nach Frankreich passiert. Der Zug mit den zwölf abgebrannten Kernbrennstäben erreichte um 12.15 Uhr den zwei Kilometer von der saarländischen Grenze entfernten Ort Stiring-Wendel in Lothringen.
Von dort aus fuhr er weiter nach Westen. Der Zug, der einen Behälter vom Typ TN 13/2 mit zwölf abgebrannten Brennelementen transportiert, sollte Donnerstag Früh in der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in Nordfrankreich eintreffen.
Auf dem Weg zur Grenze war der Transport von Atomkraftgegnern erneut kurz gestoppt worden. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, blockierte beim saarländischen Homburg eine Gruppe von Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace etwa eine halbe Stunde lang die Gleise. Einer von ihnen hatte sich angekettet. Die Polizei im Saarland nahm insgesamt zwölf Demonstranten vorübergehend fest. Zuvor hatten vier Demonstranten den Transport vor dem Mannheimer Hauptbahnhof einige Minuten lang blockiert.
Mitglieder des französischen Netzwerks für Atomausstieg ("Sortir du Nucleaire") kündigten Protestaktionen entlang der Strecke nach La Hague an. Der Atommüllzug ist der erste, der seit Wiederaufnahme der 1998 ausgesetzten deutschen Atommülltransporte nach Frankreich durch das Saarland rollte. Bisher wurden die Atombehälter über Wörth in Rheinland-Pfalz und das elsässische Lauterbourg nach Frankreich gebracht.
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