Mehr Opfer werden vermutet

Serbische Ermittler haben in Massengräbern außerhalb des Kosovos 340 Leichen exhumiert. Mit weiteren Leichenfunden werde gerechnet, erklärte ein Polizeisprecher am Dienstag in Belgrad. Ob es sich bei den Opfern um Albaner handelte, wollte Sprecher Dragan Karleusa nicht sagen. Wer für die Morde verantwortlich sei, stehe noch nicht eindeutig fest.
Nach Auswertung der Beweislage würden die Morde strafrechtlich verfolgt, sagte Karleusa. Insgesamt wurden bisher vier Massengräber entdeckt, alle hunderte Kilometer vom Kosovo entfernt.
3.000 Kosovo-Albaner noch vermisst
Noch immer werden rund 3.000 Kosovo-Albaner aus der Zeit der systematischen Vertreibung und Ermordung durch das Regime des damaligen Staatschefs Slobodan Milosevic in den Jahren 1998 und 1999 vermisst. Vermutlich wurden viele von ihnen in Massengräbern weit weg vom Kosovo verscharrt. Die serbischen Behörden werfen Milosevic vor, er habe die Entfernung der Leichen aus dem Kosovo angeordnet, damit sie später nicht als Beweis gegen ihn verwendet werden können. Im Kosovo selbst wurden bisher die Leichen von mehr als 4.000 albanischen Opfern exhumiert.
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