Montag, 27. August 2001

SPEZIAL: DER GAGEN-SKANDAL

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ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch hat erstmals Stellung zum Gagen-Streit genommen. "Rechtlich mag die Gehaltserhöhung in Ordnung sein, moralisch war sie aber nicht zu rechtfertigen", so Verzetnitsch. Wie angekündigt hat der ÖGB seine Gehälter nun offengelegt. Was die Urabstimmung betrifft, so werde sie wie geplant stattfinden, laut Stellvertreter Nürnberger ist es nach dem Skandal jedoch "nicht leichter geworden".

Der ÖGB-Präsident Verzetnitsch sei froh, dass rasch die Konsequenzen gezogen worden seien. Aus der Causa könne man aber in keiner Weise Rückschlüsse auf das Gesamtverhalten des ÖGB ziehen. Der ÖGB habe eine "Gehaltstafel", an die sich die Spitzenfunktionäre halten müssten.

Verzetnitsch: "Urabstimmung findet wie geplant statt
Die ÖGB-Spitze will die Urabstimmung "für soziale Gerechtigkeit" trotz der Gehaltsaffäre bei der Postgewerkschaft wie geplant Ende September durchführen. "Die Urabstimmung wird stattfinden", meinte Präsident Fritz Verzetnitsch. Eine Verschiebung werde es nicht geben. Nürnberger räumte allerdings ein: "Dass die Ausgangslage vor diesem Skandal besser gewesen ist, das liegt auf der Hand."

Skandal belastet Urabstimmung, meint Stellvertretern Nürnberger
"Leichter ist es sicher nicht geworden", betonte Nürnberger. Man werde sich nun mehr anstrengen müssen. Verzetnitsch wertete die Situation gelassener und zeigte sich überzeugt, "dass die Mitglieder sehr klar und deutlich entscheiden können zwischen nicht erklärbaren Vorfällen (die Gehaltsaffäre, Anm.) und dem Wunsch nach der Urabstimmung". An Rücktritt denkt der ÖGB-Präsident nicht und kündigte an, sich beim nächsten Bundeskongress wieder den Delegierten zu stellen.

"Moralisch nicht zu rechtfertigen"
Zur Kritik an seinem langen Schweigen zum Gagen-Skandal meinte Verzetnitsch, es gebe im ÖGB eine klare Regelung, wer den Präsidenten während seines Urlaubs vertrete. Dies habe Frauenchefin Renate Csörgits auch sofort und gegenüber allen Medien getan: "Das muss auch reichen." Das Verhalten der Postgewerkschafter, die durch das neue Lohnschema profitiert haben, verurteilte Verzetnitsch: "Es mag rechtlich alles in Ordnung sein, es ist aber moralisch nicht zu rechtfertigen." Das Vorgehen der Betroffenen entspreche nicht den Vorstellungen des Gewerkschaftsbundes. Es sei von Postgewerkschaftschef Hans-Georg Dörfler richtig gewesen, die Konsequenzen zu ziehen.

27.8.2001 18:12