NEWS: Von Zeltweg an die Spitze der Modelbranche

Carmen Kreuzer: die Bilder
Im steirischen Zeltweg, einem Ort, in dem bis dato überwiegend Männer und Motoren den Ton angaben, bringt neuerdings ein Name die ortsansässige Bevölkerung auf Touren: Carmen Kreuzer heißt die für regionale Normen äußerst filigrane Erscheinung, welche fortan auf den Covers von "Vogue", "Harper’s Bazar" und "The Face" wirkt.
Nach der Eiche Schwarzenegger hat das nämliche Bundesland nunmehr seine Birke und die Silikonindustrie eine neue Gegenspielerin: Denn wenn zum Trendmaßstab wird, was die Jungzwanzigerin zu bieten hat, kriegen üppiger ausgestattete Damen wie Laetitia Casta oder Claudia Schiffer ein Gewichtsproblem: Die grazile Carmen läuft mit 81–56–80 weltweit für Stardesigner wie Karl Lagerfeld oder Vivianne Westwood in der leichtgewichtigen Klasse.
Vergleichsweise normativ entwickelte sich die Karriere: Carmen übersiedelte kürzlich berufsbedingt nach Manhattan und bleibt der Scholle dennoch treu: "Ich liebe Österreich über alles und möchte es im Ausland positiv repräsentieren!"
Die Anfänge
Dabei wollte Carmen eigentlich nie Model werden. In der Schule trug sie den Spitznamen "Spaghetti", mangelnde Fülle versuchte Kreuzer mit Schlabberlook zu tarnen. Während eines Kärnten-Aufenthalts, bei dem sich die Steirerin als Bardame verdingte, lernte sie Fotografin Sigrid Stippich kennen. Die Mitbesitzerin der "Agentur Gruppe" sprach dem schüchternen Mädchen Mut zu, die ersten Fotoshootings folgten.
Das nunmehrige Topmodel über die schlagartigen Vorkommnisse in weiterer Folge: "Nachdem wir die Fotos nach Wien geschickt hatten, erhielt ich einen Anruf und landete kurzerhand beim Supermodelcontest in der Bundeshauptstadt."
Harte Zeiten
Obwohl sämtliche Wiener Modelagenturen das viel versprechende Talent nach dem Contest unter Vertrag nehmen wollten, verlief die Anfangszeit nicht allzu rosig. Carmen über die frühen Schwierigkeiten: "Es war sehr schwer, da ich doch ganz anders als all die anderen Mädchen war – sehr speziell – es hat damals einfach nicht wirklich funktioniert."
Nach sechs Monaten ohne den erwünschten Erfolg wechselte das 178 cm große und 44 Kilo leichte Model den Vermarkter und fand in Pedro Müller, Besitzer der Agentur Flair, sowohl einen professionellen Booker als auch einen guten Freund. Der Modelprofi ließ Kreuzer entsprechende PR angedeihen, was alsbald zum gewünschten Erfolg führte. Kreuzer überzeugte in ununterbrochener Folge internationale Größen wie Mario Testino oder Ellen von Unwerth.
Zum kometenhaften Aufstieg im harten Modelbiz gesellte sich auch der finanzielle Erfolg. Am Kreuzer’schen Bankkonto werden mittlerweile längst opulente Gagen verbucht. Von Sold in schwindelerregendem Bereich – zwischen 300.000 und 400.000 Schilling pro Job – ist die Rede.
Betuchter Freundeskreis
Eine Finanzetage, in der durchaus auch Branchenkolleginnen wie Kate Moss oder Karen Elson logieren. Beide zählen mittlerweile zum betuchten Freundeskreis der Steirerin. Während der zwischenzeitlich langen Wartezeiten bei den Shows lernte man sich kennen und pflegt nun telefonischen Kontakt. Zeit für Privates bleibt Carmen freilich kaum. Den kurzen Kärnten-Urlaub genießt die Singlefrau im engsten Freundeskreis. Demnächst wurzelt die zarte Pflanze wieder in New York, wo die Erhebung in den Adelsstand der Branche ansteht: Kreuzer tritt möglicherweise für Chanel vor die Kamera.

