Donnerstag, 23. August 2001

TV-MEDIA: Zuckerpuppe mit Talent und Klasse

Bridget Jones: Story und Slideshow zum Film

Renée Zellweger: Sexy Puzzle

Tom Cruise machte sie bekannt, und Jim Carrey brach ihr das Herz. Jetzt wird sie selbst ein Star. In der, heute in den österreichischen Kinos anlaufenden, Komödie "Bridget Jones" verkörpert Renée Zellweger hinreißend einen 30-jährigen Single, mit zuviel Pfunden, Alkohol und Zigaretten, aber zuwenig Männern - und löste damit eine "Bridgetmania" aus.

"Bridget, ich bin Bridget, Bridget Jones", säuselt Renée Zellweger unaufhörlich vor sich hin und steckt sich dabei seufzend den zweiten Erdnussbutter-Donut in ihre Zuckerschnute. Ihre Augen leuchten – weiß die 31-jährige Texanerin doch nur zu genau, dass wir sie in ihrer nächsten Rolle nicht als cineastische Sättigungsbeilage in der erotischen Freundinnenrolle eines tollen Titelhelden bewundern werden.

Lieber Mann als Schokoriegel
Ganz im Gegenteil: Die ansonsten Twiggy-dünne Renée Zellweger übte den britischen Akzent und musste sich 15 Kilo anessen, um ihrer neuen Rolle gerecht zu werden. Ab heute ist sie Bridget Jones – der dralle, frustrierte Großstadtsingle in Helen Fieldings zuckersüßer Romanverfilmung Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück. Die immer in zu knappen Röcken herumstakst, zu viele Zigaretten raucht und ihren Liebesfrust am liebsten mit einem Vollrausch bekämpft.

"Bridget musste glaubhaft wirken, nicht schön"
Doch der Mut zur Hässlichkeit – das heißt, mit gut gepolstertem Po und feisten Oberarmen über die Leinwand zu stolzieren – hat sich für Zellweger ausgezahlt, wie sie im TV-MEDIA-Interview bestätigte. "Ich wusste gleich, dass ich als Bridget glaubhaft sein musste, aber nicht schön" , so Renée weiter. "Das Buch war für mich sehr wichtig. Irgendwie spiegelt Bridget meinen Charakter wider. Und darum wollte ich sie so ehrlich wie möglich darstellen."

Aber auch im wahren Leben tritt Renée Zellwegers innere "Bridgetness" kräftig zutage. Die Jerry-Maguire-Beauty (mit Tom Cruise), die für ihre Traummännlein-Darstellung in Nurse Betty 2000 einen Golden Globe kassierte, ist zweifellos eine kompetente Repräsentantin des Single-Phänomens.

Liebe mit Tränen
Seit jenem Zeitpunkt, als Grimasseur Jim Carrey sie als zukünftige Ehefrau verschmähte und ihr coram publico ziemlich unfein den Gehpunkt erteilte (angeblich fand er sie zu fad), fand sich kein Kerl mehr, mit dem sie auch nur ins Kino gehen wollte. Als ihr eine Affäre mit George Clooney nachgesagt wurde, dementierte sie auch diese. "Ich habe keine Lust mehr auf egoistische Neurotiker", meinte sie nicht unbedingt milde. Umso erklärlicher, dass die Beauty, der das People Magazine einst "sinnliche Lippen wie Himmelspforten" attestierte, sich in ihrem Häuschen in L. A. verbarrikadiert und vor allem in Selbsthilfebüchern wie "Women who love too much" schmökert.

Zellweger: "Ich bin als Single überglücklich"
Ob sie das Single-Dasein gar nicht stört, will TV-MEDIA wissen. Zellweger: "Ich bin seit fünf Monaten nicht mehr mit einem Mann ausgegangen. Ich bin als Single sehr glücklich. Es ist eine andere Art von Glücklichsein." Und ein Mann hätte in ihrem Leben derzeit sowieso keinen Platz: Demnächst soll sie in dem Musicalfilm Chicago eine Tänzerin neben Catherine Zeta-Jones geben. Und wer weiß, vielleicht ist ja eine Beziehung durch eine gute Damenfreundschaft ersetzbar.

23.8.2001 11:14

Advertisement
Service


Kino

Der Diktator

Komödie, Satire - USA, 2012

Regie: Larry Charles

Mit: Sacha Baron Cohen, Anna Faris, Megan Fox, John C. Reilly, Ben Kingsley

mehr Info zum Film