Donnerstag, 23. August 2001

Bei Bertour tödlich verunglückt

Der tödliche Bergunfall des 57-jährigen Vorstandsvorsitzenden der Voest-Alpine AG, Peter Strahammer, bei einer Wanderung am Wolfgangsee löste am Donnerstag Trauer in Österreich aus. Der Vorstand traf zu einer Sitzung über die Zukunft des Unternehmens zusammen. In den nächsten Wochen soll über einen Nachfolger entschieden werden.

Im Voest-Werk in Linz waren viele Beschäftigte vom tragischen Tod des beliebten Chefs geschockt. Reaktionen von Vertretern der Politik, der Wirtschaft und der Katholischen Kirche würdigten die Leistungen des Verstorbenen als Manager, aber auch seine menschlichen Qualitäten, und drückten das Mitgefühl für seine Frau und die drei Kinder aus.

Im Werk Linz wehten die Fahnen auf Halbmast, zusätzlich waren schwarze Fahnen aufgezogen worden. Mitarbeiter sprachen von einem schweren Schlag für das Unternehmen und seine Belegschaft: "Uns allen geht er ab." Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates Helmut Oberchristl würdigte Strahammer als einen Menschen mit dem "Gspür" dafür, "dass Leistung notwendig ist, aber dass man die Mannschaft nicht überfordern darf".

Vorstandssitzung zur Zukunft des Unternehmens
Die übrigen Mitglieder des Vorstandes trafen zu einer außerordentlichen Vorstandssitzung zusammen, um die Zukunft des Unternehmens, das rund 15.600 Leute beschäftigt, zu beraten. Auch die Aufteilung der bisher von Strahammer wahrgenommenen Aufgaben auf die anderen Mitglieder des Vorstandes wurde besprochen. Der Aufsichtsrat wird in den nächsten Wochen über einen Nachfolger entscheiden.

Reaktionen aus ganz Österreich
Stellungnahmen zum plötzlichen Ableben Strahammers kamen von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V), von Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F), vom oberösterreichischen Landeshauptmann Josef Pühringer (V), seinem Stellvertreter Erich Haider (S), den Landesräten Achatz (F) und Fill (V), Klubobmann Anschober (G), SPÖ-Vorsitzenden Gusenbauer, dem Präsidenten der Industriellenvereinigung, Mitterbauer, dem oberösterreichischen AK-Präsidenten Wipplinger, der Wirtschaftskammer, dem Linzer Bürgermeister Dobusch (S), dem Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank und dem Direktor der Caritas Oberösterreich, Prälat Mayr. Auch Bundespräsident Klestil kondolierte in einem Telegramm an die Witwe.

Alle betonten die Leistungen Strahammers, dem es gelungen sei, den Stahlkonzern Voest von einem verlustreichen, verstaatlichten zu einem Gewinn bringenden, börsenotierten Unternehmen zu machen. Sie würdigten das große soziale Engagement im beruflichen und privaten Bereich, dass ihm bei allem seine Familie und sein breit gefächerter, großer Freundeskreis wichtig gewesen seien, seine vielseitigen Interessen und seine Förderung für Kunst und Kultur.

23.8.2001 17:56