Im Mai wurden bereits 150 Mitarbeiter gekündigt

Beim Wiener Elektronikkonzern Kapsch geht der Personalabbau weiter. Heute wurden rund 300 Mitarbeiter beim AMS angemeldet. Vermutlich müssen 200 Angestellte mit der Kündigung rechnen.
Bereits im Mai hatte die Kapsch-Gruppe 259 Mitarbeiter beim AMS-Frühwarnsystem zur Kündigung angemeldet. Rund 150 Mitarbeiter sind gekündigt worden. Das bestätigte Kapsch-Vorstandssprecher Georg Kapsch am Donnerstag.
Heute wurden weitere 325 Mitarbeiter beim AMS angemeldet. "Wir gehen davon aus, dass wir wiederum nur die Hälfte der Quote ausnützen werden. Und dass dies der endgültige Schritt beim Personalabbau sein wird", betonte Kapsch. Die Kapsch-Gruppe beschäftigte zu Jahresbeginn 2001 rund 3.100 Mitarbeiter, 2.700 davon in Österreich.
Der Grund für den Personalabbau, der quer durch alle Bereiche geht und vor allem Österreich betrifft: Die grundsätzliche Restrukturierung des Unternehmens. Im Frühsommer hat die Kapsch Teile der Fertigung verkauft. Das Werk in Fürstenfeld wurde an die niederösterreichische Technologieschmiede Tecwings abgegeben, die gesamte Metallverarbeitung wurde scheibchenweise an Partnerunternehmen verkauft. Künftig werde sich die Kapsch auf die Elektronik-Produktion konzentrieren, ein Verkauf der gesamten Fertigung sei nicht geplant.
Auf Grund des rigiden Arbeitsrechts in Österreich habe die Kapsch als Vorsichtsmaßnahme mehr Mitarbeiter beim AMS angemeldet, als tatsächlich abgebaut werden sollen, betonte Kapsch.
Die Kapsch ist in Österreich u.a. 100-Prozent-Eigner des Telekomunternehmens Austria Telecommunication, zu 74 Prozent an der Schrack Business Com beteiligt und hält 50 Prozent an Nortel. Die Gruppe betreibt auch Tochterunternehmen in der Schweiz, Slowenien, Kroatien, Deutschland, Ungarn, Tschechien, Rumänien und Russland.

