Arbeiterkammer: "Große Produktivität kaum belohnt"

Die AK Oberösterreich fordert deutlich mehr Lohn für die Beschäftigten. Der österreichischen Industrie geht es in Sachen Wettbewerbs-Fähigkeit gut - kein Grund also zur Bescheidenheit bei Löhnen und Gehältern. Arbeitnehmer sollen nicht neben Preissteigerungen und Milliarden-Belastungen durch die Regierung auch noch mit Lohnzurückhaltung bestraft werden.
"Mit der Herbstlohnrunde stehen wieder Lohnverhandlungen bevor", sagt Oberösterreichs Arbeiterkammer-Chef Wipplinger. Schon jetzt "ertönt" seitens der Unternehmer der Ruf nach Lohnzurückhaltung - mit der Begründung, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen dürfe nicht gefährdet werden. Ein "Sparen" bei den Löhnen und Gehältern würde aber die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer neben anderen Belastungen noch zusätzlich bestrafen - und das Wirtschaftswachstum weiter bremsen.
Das reale Wirtschafts-Wachstum wird sich 2001 auf 1,7 Prozent abschwächen. Neben den Einbrüchen in der Weltwirtschaft wird die österreichische Konjunktur auch durch den Budgetkurs der Bundesregierung gedämpft, sagt der AK-Präsident. Mit Schwierigkeiten bei der Wettbewerbsfähigkeit habe das gebremste Wirtschaftswachstum aber "überhaupt nichts" zu tun. Denn die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Sachgüterindustrie sei hinsichtlich der Lohnkosten besser denn je.
Wachstum um 5,4%, Bruttoeinkommen nur 0,7% höher
Im vergangenen Jahr ist die Stundenproduktivität um 8,4 Prozent "enorm" gestiegen. Die Realeinkommen pro Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmer bleiben aber hinter der gesamt-wirtschaftlichen Produktivitäts-steigerung zurück. Nach Abzug der Preissteigerungen bleibt den Arbeitnehmern ein Zuwachs von "nicht einmal" 0,7 Prozent, während die Wirtschaft um 5,4 Prozent gewachsen ist.

