Mittwoch, 22. August 2001

Hoteliervereinigung wehrt sich gegen Regierung

Die Hoteliers drosseln die Euphorie nach den Jubelmeldungen von Wirtschaftskammer, Österreich-Werbung und Tourismus-Staatssekretariat. Sie rechnen ihren Besucher-Zuwachs gegen Inflation plus Wirtschaftswachstum auf und erhalten einen Umsatzeinbruch. Von den prognostizierten 6 Prozent Zuwachs ist keine Rede mehr.

"Beim heurigen Sommertourismus können wir froh sein, wenn sich's bei den Nächtigungen auf plus minus null ausgeht. Ein Umsatzwachstum von unter 4,5 Prozent ist angesichts der hohen Inflationsrate von 3 Prozent und dem prognostizierten Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent ein Verlust."

Gegen Rossmann-Vorschläge
Die Hoteliers wenden sich entschieden gegen das von Tourismus-Staatssekretärin Rossmann vorgeschlagene Abfertigungsmodell für den Tourismus. Dieses Modell bedeutet eine Zahlung von drei Prozent ab dem ersten Arbeitstag. "Das von Rossmann vorgeschlagene Modell kostet jeden Betrieb 0,5 Prozent mehr." Die ÖHV kritisiert auch die eingeschränkten Saisonnier-Quoten: "Wir müssen den österreichischen Tourismus internationalisieren", so Peter. "Die von der Regierung reduzierten Zuwanderungsquote wird die Schwarzarbeit vermehren."

Die Nächtigungen verlagern sich von Zwei- bzw. Dreisternbetrieben zur den Vier- und Fünfsternbetrieben. Wenn eine Nächtigung statt 300 S in einem Mehrsternbetrieb 600 S kostet, bringt das zwar eine Umsatzverdoppelung, aber der Mehrsternbetrieb kann nicht von den 600 S leben, sagt die Hoteliervereinigung.

Wirtschaftskammer gefordert
Auch die hohen Kreditkarten-Disagiosätze in Österreich sind den Hoteliers ein Dorn im Auge. Das Wirtschaftsministerium soll hier einen fairen Wettbewerb schaffen.

22.8.2001 17:40