Mittwoch, 22. August 2001

Springer erstmals in seiner Geschichte im Minus

Der Axel Springer Verlag wird von der Krise am Werbemarkt gebeutelt. Erstmals seit der Gründung 1947 drohen dem Medienkonzern in diesem Jahr Verluste. Im besten Fall rechnet die Geschäftsführung deutschen Medienberichten zufolge mit einer schwarzen Null. Im schlimmsten Fall mit einem Minus von 20 Millionen DM (141 Mio. S/10,23 Mio. €)

Eine Sprecherin des Verlags wollte die "Spekulationen" der deutschen Medien nicht kommentieren. Die Zwischenbilanz der ersten Jahreshälfte 2001 wird am 29. August vorgelegt. Bei Vorlage der jüngsten Bilanz war aber klar, dass 2001 das Vorjahresniveau nicht erreicht wird. Es wurde bestätigt, dass der designierte Vorstandschef Mathias Döpfner ein restriktives Kostenmanagement angeordnet habe. Angesichts der schlechten Werbekonjunktur und schwindender Erlöse sei es notwendig, auf die Kostenbremse zu treten.

Stellenabbau und keine Dividende
Nach Medienberichten gilt es für die Führungsetage als sicher, dass eine Sanierung des Konzerns nur mit einem rigoriosen Sparprogramm und mit einem Stellenabbau gelingt.

Auch sollen die Aktionäre dieses Jahr keine Dividende erhalten. Dazu wollte sich die Konzernsprecherin aber vorerst nicht äußern.

Dem Springer Verlag gehören unter anderem die "Bild"-Zeitung und die "Welt" an. Er besitzt auch Anteile an Sat1 und gibt Bücher heraus. In Österreich ist Springer unter anderem an der "Tiroler Tageszeitung", an "Sportmagazin" und "Sportwoche" beteiligt.

22.8.2001 17:03