Mittwoch, 22. August 2001

Neuer Finanzvorstand schlägt in NEWS Alarm

Still und heimlich retteten die Banken Avanti knapp vor der Pleite. Findet sich kein Käufer, ist der Ofen bald endgültig aus. Der neue Finanzvorstand der Avanti International AG, Walter Karger, schlägt Alarm.

"Bis Jahresende ist das Überleben des Unternehmens gesichert," erklärt der langjährige Manager des holländischen Lebensmittelmultis Unilever. "Was danach geschieht, hängt aber völlig vom Ausgang der derzeit laufenden Gespräche ab." Im schlimmsten Fall geht das Lebenswerk des in Wien-Floridsdorf geborenen Selfmade-Milliardärs Hannes Nouza, 69, verloren.

Vor 30 Jahren wurde der Tankstellendiskonter gegründet. Heute ist er mit 120 Stationen in Österreich und 350 im Ausland (Bulgarien, Tschechien, Slowakei, Deutschland, Ungarn) vertreten. Aber es ist Feuer am Dach: Die rasante Expansion, die knappen Erlöse und der Krieg im ehemaligen Jugoslawien haben die Verbindlichkeiten auf 2,6 Milliarden Schilling gesteigert.

Vorerst durch eine Kulanzvereinbarung mit den Banken gerettet, muss bald für die Avanti International AG ein Käufer gefunden werden. Der spanische Zweig ist schon verkauft, der groß angekündigte Deal mit dem russischen Mineralöl-Giganten Lukoil - kolportiert wurde eine 51%-Übernahme - wurde nichts. Im Notfall muss der Konzern sogar zerschlagen werden.

Weitgehend gesichert erscheint nur das österreichische Tankstellengeschäft. Schon Ende 1997 hat Avanti die heimischen Stationen in die Avanti-Tankstellenbetriebs-GmbH eingebracht, an der Shell fünfzig Prozent hält. Bei Gefahr im Verzug würde Shell wohl auch die andere Hälfte übernehmen.
Ungewisser ist die Lage der ausländischen Tankstellen. Die Preisvorstellungen sind offenbar noch zu hoch.

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22.8.2001 14:17