Mittwoch, 22. August 2001

Weniger Gewinn vor Gallaher-Verkauf

Die Austria Tabak hat im ersten Halbjahr 2001 mehr umgesetzt, aber weniger verdient als im Vorjahr. Die Gewinne liegen um acht Prozent unter dem Vorjahres-Ergebnis. Der am Montag angenommene Gallaher-Deal soll morgen über die Bühne gehen.

Während der Umsatz des Tabak-Konzerns um 3,3 Prozent von 25,19 auf 26,01 Mrd. S (240 Mill. Euro) stieg, sank das Ergebnis nach Zinsen und vor Steuern (EGT) um 9,1 Prozent von 1,33 auf 1,21 Mrd. S. Laut Austria Tabak war das Ergebnis durch das deutsche Automatengeschäft belastet.

Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) lag im ersten Halbjahr mit 1,91 Mrd. S um 5,3 Prozent unter dem Vorjahreswert von 2,02 Mrd. S. Von diesem Rückgang entfielen 57 Mill. S auf außerordentliche Vergütungen der Pensionskasse im Vorjahr. Da die Abschreibungen und Amortisationsquoten nahezu unverändert blieben, ergab sich ein Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 1,27 Mrd. S, der damit acht Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres liegt.

700 Millionen mehr Zigaretten
Als Wachstumsmotor erwies sich im ersten Halbjahr erneut der Geschäftsbereich Tabakindustrie, der die Umsätze inklusive Tabaksteuer um rund 14 Prozent kräftig steigerte. Im ersten Halbjahr 2001 setzte Austria Tabak insgesamt 15,3 Milliarden Zigaretten ab, um rund 700 Millionen Stück mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Am österreichischen Markt wurden 6,5 Milliarden Zigaretten verkauft. Außerhalb Österreichs konnte der Absatz von 7,7 auf 8,8 Milliarden Zigaretten gesteigert werden.

Gallaher-Deal
Mit überwältigender Mehrheit von über 99% haben die Aktionäre der Austria Tabak am Montag für den Verkauf an den britischen Gallaher-Konzern gestimmt. Der Deal soll morgen, Donnerstag, unter Dach und Fach gebracht werden. Gallaher hat den Standort Österreich garantiert, das Werk in Malmö aufgrund von älteren Plänen bis 2002 geschlossen. Im Konzern der Austria Tabak waren im ersten Halbjahr 2001 im Durchschnitt 3.641 Mitarbeiter beschäftigt.

Übernahme-Angebot
Gallaher hat den Kleinaktionären ein Angebot für die Übernahme ihrer Anteile zu 85 Euro unterbreitet, das ist derselbe Kaufpreis, zu dem der bisherigen Mehrheitsaktionär ÖIAG abgeschlossen hat. Das Angebot läuft für mehrere Wochen. Wenn danach 90% der Aktionäre verkauft haben, geht der die Austria Tabak im Herbst von der Börse.

22.8.2001 09:53