Mittwoch, 22. August 2001

Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,5 Prozent

Die Entwicklung: Grafik

Die US-Notenbank Fed hat ihre Leitzinsen heuer zum siebenten Mal gesenkt. Wie die Währungshüter des Dollar nach ihrer Sitzung mitteilten, hat der Fed-Offenmarktausschuss den maßgeblichen Zinssatz für Geldgeschäfte zwischen Banken am Dienstag in Washington um einen Viertel Prozentpunkt von 3,75 auf 3,5 Prozent gesenkt. Analysten hatten die Entscheidung bereits erwartet.

Neben der Absenkung der Fed-Funds-Rate um 25 Basispunkte auf 3,50 Prozent hat der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank Federal Reserve am Dienstag auch den weniger bedeutenden Diskontsatz um ebenfalls 25 Basispunkte auf 3,00 Prozent verringert.

Der Euro gab nach der Mitteilung leicht nach; er fiel von 0,9117 auf 0,9110 Dollar, blieb damit aber knapp über 91 US-Cents.

Keine Überraschung
Volkswirte hatten die siebente Senkung der Fed-Fund-Rate in diesem Jahr in diesem Ausmaß erwartet, eine Senkung um 1/4 Prozentpunlte galt als von den Märkten eskomptiert. Seit Anfang des Jahres hat die US-Notenbank den Leitzins um nunmehr 300 Basispunkte zurückgenommen. Zunächst senkte sie die Fed-Funds-Rate fünf Mal um je 50 Basispunkte, im Anschluss folgten zwei Schritte zu je 25 Basispunkten.

Mit der aggressivsten Zinssenkungskampagne seit fast 20 Jahren hat die Fed in diesem Jahr keinen Zweifel daran gelassen, dass sie die Flaute mit allen geldpolitischen Mitteln bekämpfen will. Doch auch die hohe Liquidität hat die Konjunktur nicht in Gang gebracht. Die Debatten über den Sinn der Zinssenkungen werden deshalb in der Fed immer hitziger. Zinssenkungen wirken sich erst nach frühestens sechs Monaten durch erhöhte Investitionen oder mehr Verbraucherausgaben aus: Viele warnen, dass die Fed Inflationsprobleme in der Zukunft auslöst.

Kritik an "mächtigstem Mann der Weltwirtschaft"
Fed-Chef Alan Greenspan, der dank kluger und zeitlich perfekt terminierter Zinsentscheidungen seit seinem Amtsantritt 1987 als nahezu unfehlbar galt, wird immer häufiger kritisiert: Die Fed habe die Zinsschraube im vergangenen Jahr zu stark auf ein Neunjahreshoch angezogen. Damals trieb die Fed die Sorge vor einer Überhitzung der seit Jahren boomenden Konjunktur. Doch dann platzte die Technologieblase an den Börsen, die Investoren zogen zurück. Gleichzeitig stiegen die Energiepreise. Mit der ersten Zinssenkung im Januar habe Greenspan zu spät reagiert, heißt es.

22.8.2001 11:28